Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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158 au Neumann gesehen hatte. Da kam die Verzweiflung über ihn. Er war in der Nähe von Stolpe in Pommern. An einem Kreuzwege haltend fühlt er sich von der Angst der Seele so übermannt, daß er ein Messer herauszieht, seine Brust entblößt und eben den Stoß in's Herz vollbringen will — in wildester Empörung dabei den Satan anrufend, daß er ihm helfen wolle, von der Last des Lebens sich zu befreien — als in demselben Augenblick eine schwarze Gestalt hoch zu Roß vor ihm steht — es war ein preußischer Schwarzer Husar. Herz aber glaubte nicht anders, als daß der Teufel seine Bitte gehört habe und nun vor ihm erschienen sei. Auf's Tiefste erschrocken und am ganzen Leibe bebend stand er jetzt da. Aber er hörte bald sanfte, freundliche Worte; der Husar redete ihn an: „Grüß dich Gott, mein Judchen! wo denn hin?" Vor Schrecken konnte jedoch Herz noch nicht antworten. Der Husar dagegen, welcher die Seelenangst in dem Gesichte des Juden las, fing an, zu demselben von dem Gekreuzigten zu reden, und wünschte ihm, daß auch er denselben in seinem Herzen erfahren möchte. Das öffnete dem Gequälten den Mund und er fragte den Kriegsmann, ob es sich denn wirklich mit Jesu also verhielte, wie er es ihm geschildert? Der Husar antwortete, er könne ihm hierfür seine Seele zum Pfand einsetzen. Herz aber gab ihm danach die Hand und versicherte ihn, daß, wenn ihm der Gekreuzigte eine solche Ruhe schaffen werde, er ihn als wahren Gott anbeten werde und sich taufen lassen wolle. Drei Tage wanderten hierauf die Beiden miteinander bis nach Danzig. Der Husar versprach Herz, er wolle ihn mit sich zu seinem gläubigen Pastor in Gumbinnen nehmen, verlor aber dann in Danzig seinen Schützling. Herz war deßhalb entschlossen, allein weiter nach Gumbinnen zu wandern, und machte sich auch alsbald auf den Weg. Zuerst richtete sich sein Gang nach Königsberg. Unterwegs nahe bei Heiligenbeil, in dem sogenannten Rendskruge, traf er einen gottesfürchtigen Gastwirth, der ihm seine innere Unruhe anmerkte. Dieser Mann hatte soeben Jesaia Kap. 46 gelesen und sprach nun mit dem Juden so herzlich von dem Heilande Israels, daß Herz ein Vertrauen zu ihm faßte und sich ihm eröffnete. Der Gastwirth brachte ihn nun zu dem Pfarrer Schumann in Balga. Angstvoll frug Herz diesen gleich, ob er denn noch selig werden könne? Schumann antwortete ihm tröstend: