Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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146 „Gott des Himmels und der Erden" zur Annahme des christlichen Glaubens bewegt worden sind. In einem andern Falle wurde ein jüdisches Mädchen durch lutherische Lieder zur evangelischen Kirche geführt und hielt alsdann trotz aller Nachstellungen der Katholiken an derselben fest. Christliche Lieder, so wird dem Miss. Manitius in einer Stadt erzählt, die ein Jude einen frommen Christen habe singen hören, brachten einen so tiefen Eindruck auf denselben hervor, daß er sich mit seinen beiden Kindern taufen ließ. Unter ihren Geburtswehen hörte eine Jüdin die Currendeknaben das Lied „Christ ist erstanden Von der Marter all', Deß sollen wir Alle froh sein; Christus will unser Trost sein" singen. Ihr Herz wurde hierdurch so erweckt, daß sie sich Christin zu werden vornahm und auch ihr Kind, noch ehe es das Licht der Welt erblickt hatte, Christo gelobte. Da ihr Mann gerade auf Reisen war, konnte ihr Uebertritt desto leichter geschehn. Ihr trefflicher Sohn ist Hernachmals ein Arzt geworden. Dem Miss. Widmann theilte eine Predigersfrau Folgendes mit: Ein Jude habe ihres Mannes Kinderlehre mit großer Aufmerksamkeit beigewohnt und sei dann, als er einen Gärtner das Lied singen hörte: „Der lieben Sonne Licht und Pracht", zum vollen Entschluß gekommen, ein Christ zu werden. In der Taufe erhielt er die Namen Gottlieb Andreas, erwies sich dann zwei Jahre lang in ihrem Hause treu und gehorsam und lernte später das Schmiedehandwerk. Zu den schönsten Erfahrungen, welche die beiden ersten Halleschen Missionare in ihrem Gerufe machten, gehörte die Bekehrung eines Rabbi Aaron. Dieselbe war in der That auch eine ernstgemeinte; selbst die Juden räumten dies ein, als Aaron, obwohl er nach seiner Bekehrung weit von der Heimath entfernt wohnte, aus freiem Antriebe alle daselbst noch verbliebenen Schulden durch die Missionare bezahlen ließ. Man bezeugte auch den Missionaren, Aaron sei als Jude stets freundlich, bescheiden und demüthig gegen Juden und Christen, gegen hohe und geringe Leute gewesen; nie sei Jemand redlicher als er erfunden worden. Nach der ersten