Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 7-8 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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136 so daß er sich nun bei Damaskus zerbrechen ließ, um fortan allein in der Gnade Christi sein Heil zu finden. Einer der Anwesenden wollte einen andern Ausweg aufweisen und erzählte, wie ein Jude in der Wanderungszeit am Fuße des Sinai einen Schank errichtet hätte, um von den vorüberzichenden Volksgenossen recht viel zu verdienen. Aber alle dieselben seien am Tage der Gesetzgebung eilend vorübergegangen, und keiner habe sich halten lassen wollen, ihm auch nur den Grund dieses Eilens anzusagen. Da habe er denn Mosen, der zuletzt kam, angefaßt, aber auch dieser habe ihm nicht Antwort stehen wollen. Der Mann habe ihm jedoch den Weg versperrt und ihm zugerufen: Ich lasse dich nicht, du sagest mir denn, warum alles Volk so eilt? Mose habe ihm hierauf mitgetheilt, er habe dem Volke soeben die 10 Gebote gebracht, und nannte auch dem Schankwirthe dieselben. Als dieser jedoch das letzte: „Du sollst nicht begehren" gehört, habe er Mose bekannt, es sei unmöglich, dasselbe zu halten. Mose habe hierauf hinweggehn wollen, der Mann aber habe ihm erklärt: „Ich lasse dich nicht, du sagest mir denn, wie es denn möglich ist, ein solches Gesetz zu halten!" Moses aber, der nicht die Möglichkeit des Entrinnens gesehn, habe dem Manne in's Ohr geflüstert: „Du brauchst das Gebot nicht zu halten", und sei dann von ihm entlassen worden. Meine Antwort war: „Ihre Geschichte hat nicht Salz noch Schmalz, aber ich will Ihnen etwas Besseres sagen. Euer Vater Jakob hat den heiligen und schrecklichen Gott festgehalten und ihm gesagt: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn! Wir aber, die wir Christen heißen, eine zahllose Schaar aus 1800 Jahren, von vielen hundert Völkern und Stämmen aus den Juden und den Heiden haben den Sohn Gottes festgehalten und rufen ihm noch täglich zu: Wir lassen dich nicht, du segnest uns denn! Heute aber bitte ich euch, ihr lieben Juden, stimmt mit uns in solche Bitte ein, so wird er auch auf euch, wie er cs bei uns gethan, die Fülle seiner Gaben: Vergebung der Sünde, Friede im Leben und Sterben und ein seliges Auferstehn, ausschütten, und ihr werdet als die ewig Gesegneten eure Straße ziehn." Die Sprache des Herzens hatte die Herzen getroffen, der Spötter antwortete mir in lieben lateinischen Worten, und lateinisch wies ich ihn auf den Quell aller Seligkeiten hin.