Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 7-8 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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133 aber folge diesen falschen Propheten und dem Buche, in dem ich ihre Worte finde, nicht aber Ihnen." Einige Juden besänftigten jenen Schreier. , Ein Anderer übernimmt die Führung. „Ein Richter opfert seinen Sohn nicht für Verbrecher." „Aber Pastor S., ein Bekannter von mir, hat 7 Söhne zum ärgsten Heidengesindel in Asien gesandt, um ihre Seelen zu retten, und ich würde meine 3 Söhne mit Freuden zu den Menschenfressern ziehen lassen, wenn sie denselben die Botschaft von ihrem Erlöser bringen wollten. Können wir das, so hat unser Gott noch viel mehr Liebe zur verlorenen Welt." Ich citirte Johannes 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt u. s. w. Ein neuer Angriff. „Wir Juden lassen Jedem seine Religion." „Gewiß, denn ihr kennt nichts von dem Feuer der Liebe, euer Feuer brennt und euer Licht erwärmt nicht. Euer Jonas ging von Canaan bis Ninive, um Seelen zu retten, und Jesaia preist die Boten, die das Heil Gottes zu verkündigen kommen. Wir Christen fühlen wie eure Propheten, euch ist dieses Gefühl abhanden gekommen." Wieder rückt ein Anderer heran. „Gott kann nicht einen Menschen ohne Mann vom Weibe geboren werden lassen." „Aber zweimal hat er es gekonnt, als er Adam und Eva schuf, ein drittes Mal dasselbe zu thun ist er nicht zu schwach, unser Gott ist nicht ohnmächtig geworden." Die Stürme waren abgeschlagen, und die Juden gingen. 34. Kimmelfahrtstag. Aus der Kirche zurückgekehrt, treibt es mich, auch den Juden Himmelfahrtspredigt zu halten. Für Zuhörer habe ich nicht zu sorgen, zwischen 50—60 haben sich schnell wieder im Kaffeehause versammelt. „Heute", so redete ich die theils stehenden, theils sitzenden Juden an, „ist der Tag der' Himmelfahrt Christi; dies Fest redet von Jesu Königthum, beschrieben ist es auch bereits vor alter Zeit im 110. Psalm." Diesen Psalm las ich ihnen nun hebräisch vor und fuhr dann fort: „Ihr seht, es ist Alles in Erfüllung gegangen, was hier geschrieben steht. David, der doch selbst König und der oberste Herr in seinem Volke ist, redet hier von einem Könige, welchem er selbst nur als Unterthan gegenübersteht, das ist der Messias. Von ihm sagt er, er werde herrschen, und fein Scepter werde aus Zion überall hin gehn. Eure Stadt 9