Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 7-8 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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125 für welche noch das Gesetz Mosis zu Recht bestand, Schweinefleischessen eine schwere Sünde gewesen sei, daß aber für die Zeiten des N. Testaments, deren Kommen derselbe Prophet weissage, das Gesetz Mosis keine Geltung mehr haben sollte, weil für diese Zeit der Glaube an den Knecht Gottes, welcher durch seine Erkenntniß die Vielen gerecht machen werde, als das Lebensgesetz bestimmt war. Selbst der Talmud erkläre, daß in den Zeiten des Messias Schweinefleisch koscher sein werde, und Jeremia (K. 3) weissage eine Zeit, wo nicht einmal des wichtigsten Stückes im ganzen Mosaischen Bunde, der Lade im Allerheiligsten, noch ferner gedacht werden würde. Denn die Propheten kennen eben eine Zeit, wo der Alte Bund seinen Dienst gethan habe und durch einen Neuen abgelöst werde, in dem alle Forderungen des Gesetzes von Innen heraus erfüllt würden. „Diese Zeit und diesen Bund aber hat Christus gebracht; er hat alle Forderungen Gottes bis auf diejenigen hin, die das Herz allein angehn, erfüllt, und er ist es, auf den Jesaia in seinen kümmerlichen Tagen hinweist, damit die Menschen auf ihn warten lernen." Doch der Messias Jesus Christus wollte dem Rabbi nicht gefallen, er war ihm zu gering und armselig; sein Messias, so erklärte er, werde als ein gewaltiger König erscheinen und sofort allem Blutvergießen ein Ende machen; Jesus habe das nicht gethan, darum sei er auch nicht der Messias des Alten Testaments. Ich apellirte aber darauf an das moralische Gefühl des alten Herrn: Stammen denn nicht Zank und Krieg allein aus den Leidenschaften der Menschenherzen? und hat darum Jesaia nicht Recht, wenn er zeigt, wie sich der Messias zuerst mit der Sünde der Menschen zu schaffen macht? Schlägt der Knecht Gottes nicht die einzig richtige Straße ein, wenn er darauf ausgeht, unsere Schuld und Strafe auf sich zu nehmen und unsere Sünde zu tilgen? Wie soll denn die edle Frucht des Friedens erwachsen, wenn nicht eine neue Wurzel gepflanzt wird? Sehen Sie, dies ganz allein, daß Christus uns in ihm selber den Sieg über unsere Sünde, die Erlösung aus ihrem Gericht und ihrer Gewalt und die Gerechtigkeit, in der wir als Kinder Gottes unser Leben führen können, anbietet, hat die Völker bewogen, wie auch Abraham, den väterlichen Glauben zu verlassen und den aus Israel an ihn Glaubenden zu folgen. Ist also das System wirklich ein Lügenshstem, welches den Menschen solches bietet?