Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 7-8 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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120 einschließlich des Bahnhofsinspektors, hatte der Kampf allmählig neugierig gemacht, mit wirklicher Freude sahen sie den Ausgang desselben an, und unter herzlichen Händedrücken nahmen sie dann von mir Abschied. 21. Unter Studenten. Studenten des Polytechnikums zu P. machten eine Studienreise und zwei derselben, Juden, saßen im Eisenbahnwagen bei uns. Kollege B. hatte den jüngeren sehr schnell gefaßt, und die Karten, welche den jungen Leuten die Langeweile vertreiben sollten, wurden willig bei Seite gelegt. Mein Freund hatte es mit einem kindlichen Menschen zu thun, mir gegenüber saß ein streitbarerer Kämpe. Derselbe erklärte sich für einen unbedingten Anhänger des Materialismus. Ich srug ihn deshalb, wie er mir aus diesem System heraus das sittliche Bewußtsein und das Gewissen erklären wolle?. Nach vielen vergeblichen Versuchen, eine solche Erklärung zu -geben, gestand er schließlich ein, daß beides, weil es sich im Gegensätze zu den natürlichen Trieben befinde, mit dem materialistischen Denken im Widerspruch stehe, erkannte aber auch an, daß beides trotzdem seine Geltung behalte. Woher aber dann beides? Der Student wollte „die Kultur" zur Mutter beider Erscheinungen machen; aber an der Hand der Geschichte wurde ihm gezeigt, daß höchste Kultur Und der entsetzlichste Mangel an sittlichem Bewußtsein und Gewissen miteinander sehr wohl Hand in Hand gehen könnten. So nannte er nun „die Gewohnheit" den Quell, daraus beide geflossen seien, aber er konnte doch wieder nicht ableugnen, daß die Völker seit der Erscheinung Christi das ihrer Gewohnheit oft auf's Alleräußerste Widersprechende als ein Gesetz anerkannt hätten, dem sie unbedingt gehorchen müßten. Eine weitere Erklärung wurde nicht gefunden. Daher konnte nun eine positive Unterweisung geschehen. Der junge Mann räumte jetzt ein, daß der Mensch unter einem höheren Gesetze, als es die ganze Natur zu bieten vermag, steht; er ließ sich auf Kant Hinweisen, welcher den kategorischen Imperativ, d. h. also das unbedingte „du sollst" für den Menschen nachgewiesen hat; er leugnete auch nicht, daß jener Philosoph es aber vergessen hätte, uns das Fundament zu zeigen, auf welchem jenes „du sollst" ruht und ruhen kann; er ließ es sich nun bezeugen, daß der Grund, darauf dasselbe stehen muß, allein der Wille Gottes ist. Aber hierauf trat auch Moses hervor; konnte der junge Mensch es nicht