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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 7-8 (1878) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
7-8 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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118 Leben, von dem Verkehr der Seele mit Gott im Gebet, das kein bloßes Lippenwerk ist, von dem Heilande, welcher alle unsere Schmerzen und Krankheit auf sich geladen, von dem Frieden und der Freude, die derselbe dem Menschen für Zeit und Ewigkeit bringt, und der Mann nimmt uns die Worte von den Lippen — wir sind ihm in der kurzen Zeit Freunde geworden. Er bekennt, daß ihm gar zu Vieles im Judenthum nicht mehr gefalle; alle die Seinen sind tobt oder in Amerika, dahin will er auch ziehen und dort, er verspricht es uns, dem christlichen Glauben weiter nachforschcn. Im N. T. lesend geht er dann seine Straße dahin; wir haben ihn wie die Wegelagerer überfallen, aber nur, um ihm einen guten Schatz mitzugeben — Gott helfe, daß er ihn wohl bewahre. 18. Ior dem Stuhlrichter. Eben in's Wirthshaus zurückgekehrt, sehen wir plötzlich einen stattlichen Herrn vor uns stehen. „Meine Herren, ich bin der Stuhlrichter N. N. und muß mir von Ihnen Rechenschaft über Ihr hiesiges Wirken erbitten, denn es ist mir angezeigt worden, daß Sie ohne Erlaubniß Schriften verbreiten." Ich stelle mich hierauf dem Herrn Stuhlrichter mit Namen und Titel vor, mein Kollege desgleichen. Das „evangelischer Pastor" wirkt offenbar schon etwas besänftigend; denn der Herr Beamte ist selbst Lutheraner. Die Schriften werden ihm vorgelegt, er durchblättert alle, dann sagt er freundlich: „Verzeihen Sie, ich glaubte, daß Sie politische Schriften verbreiten, und das darf nicht ohne obrigkeitliche Genehmigung geschehen; nehmen Sie die Belästigung nicht übel, mein Amt bringt Derartiges mit sich!" Wir waren nicht minder höflich, und so endete Alles höchst friedlich. Wahrscheinlich hatten uns Juden, denen unser Wirken nicht gefiel, denuncirt. 19. Siehe, ich klopfe an. An einem Abende in K. fühlten wir uns innerlich beim Anblicke eines erst 23 jährigen, aber offenbar schon in hohem Grade schwindsüchtigen jüdischen Lehrers bewegt. Mich ergriff das Bild desselben um so mehr, da mich derselbe auf's Lebhafteste durch seine ganze Erscheinung an unfern vielgeprüften G. erinnerte. Noch bis vor Kurzem soll sich der junge Mann in bedenklicher Weise an dem Becher der Erdenfreuden berauscht haben, nun aber waren

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