Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 7-8 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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117 erst aus dem alltäglichen Leben mit seinen tausend Aufgaben können Menschen hierüber ein klares Bild gewinnen. Israel sollte also die Gelegenheit haben, sich selbst davon zu überzeugen, wie übel es mit unserem Gehorsam und unserer Liebe zu Gott bestellt ist, und wie sündliche Menschen völlig außer Stande sind, den Willen Gottes recht zu erfüllen. Gerade hierdurch sollten aber auch die Juden auf die Sendung Christi vorbereitet werden; sie sollten es an sich selbst mit Händen greifen, daß nicht durch das Gesetz, sondern allein auf den Wegen der Gnade das Wohlgefallen Gottes nnd die Gerechtigkeit vor ihm kommen können. Zur rechten Zeit nun ist Christus erschienen und hat den Willen Gottes im pünktlichsten Gehorsam erfüllt, so daß er vor Gott gerecht dasteht; ihm giebt das Gesetz das Zeugniß, daß er die Vollkommenheit besitze, welche Gott verlangt. Das Evangelium aber bezeugt seitdem der ganzen Welt, daß Christus das Geschenk des heiligen barmherzigen Gottes an alle Sünder ist; Gott will jedem Sünder, der Christum von ihm annimmt, Christi Gerechtigkeit so anrechnen, als wäre sie seine eigene, und alsdann keinen Unterschied zwischen seinem heiligen Sohne und dem sündlichen Menschen machen. — Der junge Mensch hatte still zugehört, immer freundlicher und klarer waren seine Augen geworden, und er verließ uns erst, als er sich unsere Adressen hatte geben lassen, damit er wüßte, wohin er sich wenden könne, wenn er Weiteres zu fragen habe. 17. Wegelagerer. Nach allerlei Gesprächen mit Juden suchen wir etwas Erholung und wandery in's Freie. Eine Wiese ladet uns zum Ausruhen ein, und wir lagern uns am Rande derselben. Da kommt ein Jude des Weges gegangen, der einzige Mensch, welcher unsere Stille unterbricht. Er sieht leidend aus, wir begrüßen ihn freundlich und fordern ihn auf, sich ein wenig neben uns niederzulassen. Gern kommt der Wanderer unserer Aufforderung nach und erzählt uns, daß ihn sein Arzt in die nächste Apotheke gesandt habe, damit er sich dort ein Heilmittel bereiten lasse, denn er sei recht leidend. Wir sprechen ihm unsere Theilnahme aus und wollen ihn gern zu dem Arzte führen, der allen Schaden heilt. Darum tragen wir aus der Schrift zusammen, was ihm die Augen für Jesum öffnen soll, und der Kranke läßt sich berathen. Wir reden zu ihm von dem Verlangen und Sehnen des Herzens nach dem wahrhaftigen 8