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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 7-8 (1878) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
7-8 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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112 tigen allgemeinen unfehlbaren Weltpapst. Die Juden lachten; er selbst wurde stiller; schließlich gestand er mir, daß ich mit meinem Glauben ein glücklicher Mensch sein müßte, und daß er sich glücklich fühlen würde, wenn er auch so glauben könnte, aber er könne es nicht. Diese Entschuldigung wurde jedoch nicht angenommen, sondern ihm der Unterschied von „nicht glauben können" und „nicht glauben wollen" aufgedeckt. 11. Haufbeweröer. Am Abende desselben Tages redete uns ein jüdisches Mädchen an und entdeckte uns, daß sie Christin werden wolle; ihr einziger Grund war der Wunsch, einen Christen zu heirathen. Die Missionare, die doch nach der Juden Meinung die Judenseelen für vieles Geld kaufen, nahmen die Sache nicht so leicht, und die Jüdin war verwundert, daß wir so ernste, schwere Bedingungen stellten. Sie ist denn auch wieder ihre Straße gezogen. Auch an einem andern Orte wurde an uns aus dem nämlichen Grunde das gleiche Gesuch gerichtet, aber auch in diesem Falle konnten wir nicht mit gutem Gewissen nach dem Willen der Bewerberin verfahren; wir wiesen sie jedoch an den evangelischen Ortspastor. 12. Vereint die Kultur Juden und Khristen? Vor dem Wirthshause komme ich in ein Gespräch mit einem Herrn, dessen Vater, der in einer andern Stadt wohnt, mir daselbst Grüße für den Sohn mitgegeben hatte. Das religiöse Thema wollte der junge Jurist, denn ein solcher war er, mit D. Fr. Strauß von sich abwehren. Als ich ihm aber erklärte, gerade Strauß, über den ich selbst Mancherlei geschrieben hätte, sei unser bester Bundesgenosse, und als ich nun Strauß gegen ihn in's Feld führte, frug er mich nach meinem Namen. Er kannte denselben schon, denn er war ihm literarisch mehrfach begegnet, und deshalb ließ er sich nun auch etwas tiefer in's Gespräch ein. Die Judenfrage beschäftigte ihn, und er dachte über dieselbe in höchst verständiger Weise. Er selbst und viele Andere hätten gehofft, daß die moderne Kultur die Juden mit ihrer Umgebung verschmelzen und vereinen werde, die Thatsachen aber hätten dem nicht Recht gegeben; es sei nun offenbar geworden, daß die Judenfrage nicht, wie man eine Zeit lang geglaubt, hauptsächlich eine religiöse Frage, sondern an

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