Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 7-8 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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113 erster Stelle eine nationale sei; die verschiedene Nationalität rufe beständige Konflikte hervor, und da sich auch die moderne Kultur dieselben zu beseitigen unfähig bewiesen habe, so sei nicht abzusehn, wie die Lösung auf friedlichem Wege herbeigeführt werden solle. Einem so nüchternen Beobachter konnte um so mehr der Werth des Evangeliums gezeigt werden. Paulus und die Apostel hätten auch die ganze schwere Bedeutung des Konflikts der Nationalitäten erkannt; sie hätten gesehen, wie Griechen und Juden u. s. w. gleichsam als unvereinbare Gegensätze einander gegenüberständen; aber sie haben die Welt fragen dürfen, ob nicht bei ihnen die Lösung des Räthsels gefunden sei? In der Apostelgemeinde war ein Mittelpunkt gegeben worden, der Juden und Griechen und Leute aus allen Ständen vereinte; Paulus konnte bezeugen: Sie sind allzumal Einer in Christo. Christus läßt die Verschiedenheiten bestehn, aber hebt sie als Gegensätze auf, er verbindet, die einander sonst widerstreben, zu Gliedern an einem Leibe. Der Glaube an ihn, der das ganze Leben beherrschende Jesusglaube, schafft, was die Kultur zu schaffen außer Stande ist — und Christus hat vorausgesagt, daß er einmal der gemeinsame Hirte Aller werden würde. Die Anfänge dessen sind geschehn, sie liegen in der christlichen Kirche vor und verbürgen die Vollendung. Die Juden aber werden nicht eher mit den Völkern eins werden, als bis sie mit ihnen in Christo den gemeinsamen König angenommen haben. — Der Jurist hatte aufmerksam zugehört; er erklärte, daß er jedesfalls über das Gehörte Nachdenken wolle, und dies um so mehr, da er in der That selbst keinen Ausweg wisse. 13. Aonnerssötjne. Der jüdische Ortslehrer in I. sagte uns, daß er, wie wir es nun lieber nennen wollten, ein vollendeter Materialist oder Idealist sei, und so schnitt er denn zuletzt alle geistlichen Worte meines Gefährten mit der Bemerkung ab: „Wenn Sie mir eine Anweisung gegeben hätten, wie ich ein reicher oder angesehener Mann werden könnte, so würde ich Ihnen dankbar gewesen sein, aber waö Sie mir da gebracht haben, kann ich nicht brauchen". Auf dieses Wort hin bat ich den Lehrer, daß er mir gestatten wolle, an seine Seite zu treten und seinen Standpunkt mit ihm zu theilen; wir wollten aber hierbei ehrliche Leute sein und uns selbst auch Rechen-