Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 7-8 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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109 diese Ewigkeit, nach welcher Alles in uns schreit, diese Ewigkeit, welche auch den Tod und das Grab überwindet, haben die jüdischen Apostel der Welt in Christo Jesu dargeboten. Darum haben wir ihr Wort angenommen und unfern eigenen Glauben verlassen. Um so ernster aber wird nun auch die Mahnung für die Juden, selbst nicht das Heil zu verachten, welches in ihrer Mitte erschienen ist, und sich gegen die ihnen zuerst geoffenbarte Wahrheit nicht zu verschließen. Behaupte man aber, ein Jude könne nicht ein Christ werden, so sage man, daß er allein unter allen Völkern unfähig sei, der Wahrheit die Ehre zu geben; hiergegen streitet das Beispiel der Apostel und ihrer jüdischen Nachfolger, und eben diese sind denn auch eine Mahnung an alle Gewissen der Juden, daß auch sie die Wahrheit bei sich siegen lassen. „Aber das ist ja ein Widersinn, daß Gott solle geboren werden können!" Nun, den Widersinn löst das Alte Testament, lautete die Antwort, denn Micha lehrt von Christo, daß seine Ausgänge aus der Ewigkeit und von den Tagen der Ewigkeit her seien, daß er aber von dort herkomme, um in Bethlehem als ein Sohn Davids Wohnung zu machen. Verdienen die jüdischen Propheten Glauben, dann ist also der, welcher ewiger Gott, Abiad — Vater der Ewigkeit, war, ein Mensch geworden — „und ich glaube an eure jüdischen Propheten". „Gott aber kann Niemand sehen." Auch das ist nicht genau nach dem Alten Testamente. Denn David verlangt danach, Gottes Angesicht zu sehn, und von Mose wird uns ausdrücklich berichtet, wie er Gott geschaut habe. „Ja, das war ein einziger Mensch!" „So hat nun doch aber ein Mensch Gott gesehn, und die Propheten weissagen eine Zeit, wo Alle Gott vollkommen erkennen werden, und also auch noch besser als Moses." Da rief der Jude aus: „Sie sind ein gefährlicher Mensch, ich kann Sie nicht widerlegen!" — ich aber ging von dannen, denn ich durfte ihm den Eindruck, den er empfangen, nicht wieder nehmen — diese Stunde sollte ihm ja im Gedächtniß bleiben. 8. Ach Kann Keine Kranken sehen. Im Kloster der Barmherzigen Brüder hatten wir so recht einen Eindruck vom menschlichen Elende und von der christlichen Liebe empfangen, welche es vom Heilande gelernt hat, den Kranken