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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
5-6 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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79 mehr den Trumpf aus: „Wo Petri Stuhl und Gewalt ist, dazu haben wir Recht und Gewalt; unser sind die Schlüssel". Wiedmann aber ließ den Gegner nicht fahren: „Verspürt ihr in euch einen so großen Sieg wider die Pforten der Hölle aus der dem Petrus gegebenen Binde- und Lösungskraft, so besiegt die Juden! Wir haben Petrum vor uns, wir treiben sein Werk." Etwas betroffen erwiderte der Dechant: „Es ist ein verstocktes Volk, dabei werdet ihr nichts ausrichten". Der evangelische Missionar aber bezeugte: „Sollten uns die Pforten der Hölle überwältigen, so wäre Christus nicht einmal der rechte Messias. Wir gehn im Namen Gottes und Christi aus und wollen als Zeugen im jüngsten Gericht stehn, daß wir das Wort der Wahrheit geredet und unsere Seelen gerettet haben," Der Dechant wußte sich nicht weiter zu helfen, er entgegnete darum: „Ihr habt kein Recht dazu, in's Land hineinzugehn. Wir werden schon selbst wissen, was zu thun oder zu lassen sei." Wiedmann erklärte ihm, daß sie nicht öffentliche Kirchenhandlungen im Lande verrichteten, sondern nur in Privatgesprächen den Juden Christum bezeugten. „Die Juden selbst bitten in einem zu Prag von der Obrigkeit gestatteten Buche, daß Gott ihnen Schluchim, und das heißt ja Missionare, senden wolle, die ihnen gute Botschaft verkündigen möchten. Dürfen sie, auch nach Erlaubniß der Obrigkeit, darum Gott im Himmel bitten, so dürfen wir auch in Gottes Namen kommen." „So solltet ihr bei uns zuvor um Erlaubniß angehalten haben", entgegnete der Dechant, aber Wiedmann bekannte: „Unser Heiland schickte nicht nach Rom zum Kaiser und auch nicht zu den Hohenpriestern; dasselbe thaten die Apostel ebensowenig, sondern lehrten in aller Welt, ohne die Erlaubniß erbeten zu haben". Der Dechant erklärte ihnen aber, daß sie verdächtige Leute seien und besonders mit ihren vielen Büchern etwas im Schilde führen müßten. Ganz einfach hielt ihm der Missionar entgegen, daß, wenn die dem Christenthum feindlichen jüdischen Bücher unter den Juden verbreitet werden dürften, dies um so mehr für die das Evangelium ihnen verkündigenden der Fall sein müsse. Als Alles nichts half, stellte sich der Dechant auf den bloßen Rechtsstandpunkt und rief den Mitgefangenen Juden zum Zeugen dafür auf, daß nur von der Censur erlaubte Bücher von ihnen gelesen werden dürften. In seinem vollen evangelischen Bewußtsein wies Wiedmann einen derartigen Grund ab: „Wir wissen von keinem Verbot. Wer Tüchtig-

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