Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 5-6 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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77 Monate vor dem Verhör beieinander bleiben, miteinander beten, studirey, uns ermuntern und stärken und auf das Verhör vorbereiten." ■ „In dieser Vorbereitung legten wir das zum Grunde, daß, wenn wir die Wahrheit redeten, unsre Aussagen übereinstimmen würden. Unser großes Elend erweckte aber auch großes Mitleiden, so daß sich Manche unser erbarmten und uns Almosen reichten. Die Sache wurde weit unter den Juden, Katholiken und Hussiten bekannt, und daraus konnte zu seiner Zeit Nutzen erwachsen. Uns selbst diente es zu weiterer Uebuug des Glaubens, des Gebetes und der Geduld und besserer Prüfung unsers Zustandes vor Gott, indem wir uns allen zu Tage tretenden Anzeichen nach zum Tode vorbereiten mußten. Besonders ging unsere Sorge darauf, daß wir an unserm Theil nichts versäumen noch versehen möchten in unserer Pflicht, uns zu verantworten, unsere gerechte Sache gründlich und mit aller Freudigkeit vorzustellen und uns so zu verhalten, daß man, wenn wir auch unschuldig sterben müßten, nach unserem Tod erfahre, daß wir in unserm Glauben bis an's Ende standhaft verharrt und in demselben fröhlich aus dieser Welt gegangen seien?' Indessen waren die Mitgefangenen voll Mitleids für die Missionare, so daß sie dieselben bei Tag auch manchmal aus dem Stocke ließen. Sobald dann an die Hausthüre geschlagen wurde, liefen sie an die innere Thüre und horchten, ob etwa ein Richter vor der Thür stehe, während einer bereit stand, auf das erste Wort den Block niederzulassen; zur Nacht freilich wurde derselbe mit zwei Eisen und zwei Schlössern verschlossen. „Wenn so die Nacht herankam, beteten wir zusammen", erzählte Wiedmann, „vor Allem: Der Vater im Himmel wolle dieses unser Leiden dazu gebrauchen, daß sein Name geheiligt werde; von uns wolle er ferne thun alle Zärtlichkeit des Fleisches; wir wissen wohl, daß wir verdient haben, zur Hölle gebeugt zu werden; er wolle uns diesen Kreuzblock (wir bildeten mit den Füßen ein Kreuz) so segnen, daß er eine Gemein-' schaft des Leidens Jesu werde!" Am 25. Februar nun stellte sich der Dechant, Kanonikus und Doktor der Theologie Bernhard Lehr bei den Missionaren ein. Seine erste Frage war: „Wie seid ihr hierher gekommen?" Wiedmann fing an zu antworten: „Der allmächtige Gott...", aber der Dechant fiel ihm in die Rede: „Was? von Gott? ihr wißt viel von Gott. Ihr kennt Gott nicht, was wollt ihr von ihm