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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
5-6 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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72 machen wollten. Der Vikar wollte diese Erklärung nicht annehmen, da es ja zahlreiche Juden im Brandenbnrgischen gebe. Die Gefangenen sagten ihm, daß eben diese bereits überall von ihnen besucht worden seien, und sie nun auch zu den anderen hätten gehen wollen. Der Vikar redete mit ihnen über diesen Punkt aber noch viel hin und her, da auch er sie offenbar für heimliche Hussitenprediger hielt. Doch frug er sie, als sie bei ihren Aussagen verblieben, welche Wirkung sie denn von ihrer Arbeit verspürten. Wiedmann erklärte, daß man von Früchten nicht reden dürfe, ehe nicht der Same ausgestreut sei; die Juden machten ihnen in ihrer Arbeit freilich Last, aber auch Lust. Gar manches Bekenntniß und manchen Bekenner der christlichen Wahrheit hätten sie nun schon unter ihnen gefunden. „Versuchen Sie selbst nur einmal die Sache, und ich verspreche Ihnen, daß, wenn die Wahrheit vorgetragen wird, sie auch Eingang finden wird; nur fällt der Baum nicht auf einen Streich." Als der Vikar nirgends mit den Missionaren zum Ziele kam, brach er ab und verkündigte ihnen, daß sie nach Chrudim gebracht werden würden. Wiedmann ersuchte ihn, über sie Beide nach der Wahrheit zu berichten, was ihm der Vikar auch versprach. Er hielt sein Wort freilich schlecht, denn sein Bericht war eine Anklage in allerschärfster Form gegen die Missionare, so daß er an ihrem späteren harten Ergehen viel Schuld trug. Hernach soll er selbst Reue darüber empfunden haben. 5. Weiter transportirt. Am 21. Februar des Morgens zeigte der Siadtrichter den Missionaren an, daß sie nach Chrudim abgeführt werden sollten. Der Gerichtsbeamte, welcher sich den Tag vorher die unziemlichen Reden erlaubt hatte, erschien wieder und fuhr in der nämlichen Weise gegen die Gefangenen fort, andere bewiesen sich mitleidiger. Man schloß nun die Missionare an Händen und Füßen, dem einen die linke Hand an die Kette des linken, dem andern die rechte Hand an die des rechten Fußes. Höhnend rief ihnen Jemand zu: „Was habt ihr nun von eurer Sache, als daß ihr in Ketten und Banden sortgeschleppt werdet!" Manitius entgegnete ihm: „Die Ketten sind mein größter Schmuck. So muß es Christen ergehen, sie müssen auch um des Namens Christi willen etwas leiden." Ein Anderer aber, tröstete sie: „Ihr guten Leute! Gott wird euch schon helfen!" Wiedmann und Manitius nahmen nun von allen Insassen

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