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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
5-6 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 etwas Gutes haben lehren können, da er alle Tage etwas Gutes gefressen und gesoffen. Die alten heiligen Lehrer und Märtyrer haben ganz anders gelebt, in Höhlen und Wildnissen gewohnt und ein heiliges, strenges Leben geführt. Da hat Gott ihnen viel offenbart." Darauf schalt er die Augsburgische Konfession, Manitius selbst und sein Amt und fügte bitter hinzu: „Ihr seid die Leute nicht, welche die Juden bekehren werden. Wer wird euch neuen Halleschen Propheten etwas glauben? Die Juden hören euch gar nicht einmal an, ihr wollt auch nur unter den Hussiten im Lande herumgehen." Manitius ließ sich nicht einschüchtern: „Was Luther, seine Lehre und die Augsburgische Konfession betrifft, so sind eure Einwendungen genugsam widerlegt, und ich halte mich nicht dabei auf. Was wider mich, meinen Gefährten und unser Werk nnter den Juden gesagt ist, hat ebenfalls keinen Grund. Wir haben mit Juden genug reden können und hoffen auch, daß Gott unsere Gespräche nicht wird ungesegnet lassen; denn wir reden die Wahrheit und beweisen sie aus Gottes Wort. Wir begehren nicht, daß sie es unsertwegen glauben sollen, sondern weil es Gott geredet hat." Eine Fluth von Schmähreden war die Antwort. Bei dieser Vernehmung vor den Richtern mußte auch Wiedmann zugegen sein. Man schrie ihn an: „Die Ketzer und der Teufel tragen die satanische Lehre der Lutheraner durch Bücher in das Land hinein!" Wiedmann entgegnete würdevoll: „Als das auserwählte Geschlecht und königliche Priesterthum (1. Petri 2) sind wir schuldig zu verkündigen die Tugenden dessen, der uns berufen hat von der Finsterniß zu seinem wunderbaren Lichte. Da ihr Römischen bei den Juden solches bisher unterlassen habt, so steht uns die Thür hierzu offen." „Ihr seid ein Teufelsgeschlecht" lautete das Amen auf dieses Zeugniß. 4. Unter geistlichen Kunden. Nach den weltlichen Richtern versuchten es nun aber auch die geistlichen mit den Gefangenen. Ein korpulenter katholischer Vikar trat in ihr Zimmer ein, wies alle Anderen aus demselben, setzte sich vor sie auf einen Stuhl und erklärte ihnen, er sei nur gekommen, sie zu sehen, nicht sie auszuftagen. Hierauf frug er nach dem Zweck ihrer Reise. Die Missionare antworteten ihm, daß sie die Juden durch Wort und Schrift mit dem Christenthum bekannt

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