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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
5-6 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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69 inzwischen neu hinzugekommene weibliche Gefangene, die man auch für eine heimliche Hussitin hielt und die Deutsch verstand, erfuhren sie 'jetzt aber auch, daß sie von einander getrennt werden sollten, und konnten nun noch schnell die letzten Augenblicke ihres Beisammenseins zu gegenseitiger Stärkung benutzen. 3. Getrennt, versucht und geschmäht. Manitius blieb mit der eben genannten Person in einem Zimmer. Zu seinem Unterhalte bekam er wie sein Gefährte nur je vier Kreuzer, wovon in der That kaum zu bestehen war. Die mitleidige Frau ließ daher für ihren Mitgefangenen, obwohl sie selbst nur wenig besaß, Bier holen und erquickte ihn so. Manitius mußte ihr und dem Stockmeister seine Geschichte erzählen, und dem treuen Knechte des Herrn gab dies Anlaß, zu diesen Seelen von einem wahren und lebendigen Christenthum zu sprechen, ihnen aber auch das Heil der Juden an's Herz zu legen. Auf ihre Bitte erhielten die Gefangenen hernach übrigens die Ueberröcke zurück und konnten sich auf diese Weise ihr Lager wenigstens etwas behaglicher machen. Am nächsten Tage suchte der Richter die Gefangenen auf. Er sprach Manitius sein Mitleid darüber aus, daß er ihn in Ketten und Banden träfe. Manitius antwortete ihm, daß es ihm lieb sei, dessen gewürdigt worden zu sein, um des Guten willen etwas leiden zu dürfen. Sollte er aber dafür, daß er den Juden habe den gekreuzigten Jesus Christus verkündigen wollen, den Tod leiden, so werde er auch freudig zum Tode gehen. Der Richter ermahnte ihn, zu Gott und der Jungfrau Maria zu beten, dann werde ihm gewiß geholfen werden. Schlicht und muthig aber antwortete der evangelische Missionar: „Mein Vertrauen, das ich in Christo zu Gott gefaßt habe,. lasse ich nicht sinken. Ich weiß, was geschrieben steht: Ob Jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christ, der gerecht ist; den werde ich fleißig anrufen, daß er für mich bitte und spreche. Ja in Christo, meinem Fürsprecher, habe ich selbst einen Zugang zum Vater, daß ich Gott als meinen Vater anrufen darf, kann und soll; der wird mein Gebet um Christi willen schon zu rechter Zeit erhören." Der Richter hielt ihm entgegen, daß er aber durch die Bitte zur Maria viel eher aus dem Gefängniß kommen werde. Manitius jedoch

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