Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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38 lange mehr leben werde; so begehre ich denn auch nichts weiter, als Gewißheit der ewigen Seligkeit zu erlangen, und eben deshalb bitte ich um weiteren Unterricht wie um Schutz gegen meine Widersacher". Der Pfarrer ließ hienach den Schultheißen, den Gerichtsältesten, die beiden Kirchenvorsteher und die Schuldiener zu sich kommen und richtete nun noch einmal in Gegenwart derselben seine Fragen an den Greis; als dieser sie beantwortet, ließ er sich durch Handschlag von ihm versichern, daß er seinem Vorhaben auch treu bleiben wolle, reichte hierauf einen Bericht an die geistliche Inspektion ein und ward von derselben angewiesen, Döble in seinen Unterricht zu nehmen. Indessen feierten die Juden nicht; die Erregung der beiden Frauen theilte sich ihrer ganzen Gemeinde mit, sie schickten zu ihm Abgesandte und boten ihm 500 Gulden an, wenn er zurückkehrte, er aber wies das Geld lächelnd ab und bezeugte ihnen, daß es ihm nicht um das Zeitliche, sondern um das Ewige zu thun sei. Weil das ernstliche Verlangen, seiner Seelen Seligkeit gewiß zu werden, so sichtbar bei dem Greise zu Tage trat, zauderte nun aber der Pfarrer auch nicht länger. Die gebrechliche Erscheinung des Mannes trieb ihn selbst zu eilen, und noch an jenem erregten Montag, dem 2. Sept., ertheilte er ihm den ersten Unterricht. Da zeigte es sich aber auch, daß die 6 Jahre Schristforschung nicht vergeblich gewesen waren. Was er in der Bibel gelesen, was er von frommen Christen in ihren Häusern gehört und gelernt, und die Gebete, welche er von ihnen angenommen, das alles hatte ihn bereits zu einer, wenn auch nicht völlig klaren, so doch „herrlichen Erkenntniß von Gott, Christo und den Gnadenmitteln" geführt. Hier galt es nur „weiter zu bauen", denn der Grund war bereits gelegt. Tags darauf, den 3. Sept., betrat er mit dem Pfarrer ' die Kirche des Ortes; am 4. Sept. aber stellte sich eine Krankheit ein. Da lag er nun in der Kammer des Pfarrhauses, welche sein Asyl geworden war. Der Arzt that sein Bestes, aber der Kranke wurde nicht besser. An seinem Bette saß der Pfarrer und reichte ihm die Seelenarznei und Speise des göttlichen Wortes dar, nach der sein Herz Verlangen trug. Und unter diesem Unterricht sah man den Glauben des Greises wie mit Augen wachsen; tiefe Reue und Buße über sein sündlich Verderben und darüber, daß er so lange seinem Heilande fern geblieben war, erwachte in ihm, aber de-