Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Immer größer aber werden die Ansprüche, welche das vor allen übrigen in Palästina energischer in Angriff genommene Arbeitsgebiet, die Judenmission, stellt. Das heilige Land bevölkert sich zusehends wieder mit Juden; und, wenn erst einmal die türkische Herrschaft daselbst zusammenbrechen wird, so daß Ruhe und Sicherheit in jenen Gegenden einkehrt, dann wird der Strom der jüdischen Einwanderung gewaltig wachsen. Heute schon zählt Jerusalem, das im Anfänge des Jahrhunderts nur wenige Juden besaß, deren 13000 unter 25000 Seelen (7000 Muhamedaner und 5000Christen). Juden haben ganz neue Viertel vor dem Jaffathvr erbaut und tragen sich mit dem Projekt, große Landstriche gegen den Jordan hin anzukaufen. Da gilt es, mit neuer Kraft und neuem Glauben unter dieselben das Evangelium tragen. Die Judenmission der Londoner Gesellschaft ist es ja gewesen, welche alle Anderen erst ermuthigt hat, ein andauerndes Werk der evangelischen Kirche in Palästina aufzunehmen; denn die ihr vorangegangenen Amerikaner haben das Feld bald wieder aufgegeben. Die Judenmissionskirche, die Christuskirche auf dem Zion, ist das erste evangelische Gotteshaus des Landes, und die Proselytengemeinde derselben die erste evangelische Gemeinde. Gegenwärtig stehn an der Spitze derselben die eifrigen Geistlichen Burtchaell und Friedländer, während das Jndustriehaus, welches die Taufkandidaten beschäftigt, unter der Leitung des Baurath Schick und das Hospital der Missionsgesellschaft unter den Doktoren Chaplin undJliewitz eine regeTyätigkeit entfalten. Die traurige Lage des heiligen Landes hat über die Juden und Proselyten desselben besonders schwere Tage gebracht; der Mangel und die Roth haben erschreckliche Dimensionen angenommen, da jedes Geschäft stockt und so der Verdienst fehlt. Nur die Liebesgaben aus Europa helfen dieses Elend mildern. Die Schnitter Gottes, Krankheit und Tod, aber haben auch unter diesem Volke eine reiche Ernte gehalten, und mit den weiteren Wirren, die da bevorstehn, wird auch neues Leid über dasselbe kommen. Daß die Angst der Zeiten die jüdischen Herzen in Jerusalem allgemeiner auf das Wort Gottes merken lehrte, kann -man nicht sagen; nur einzelne lassen sich durch die Zeichen der Gegenwart auf den Finger Gottes Hinweisen. Aber die Missionare haben es gelernt, auf den Unterschied der Zeiten achten, und sie verlangen nicht, daß dort schon Freudenernte geschehe, wo vielmehr erst der