Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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51 haben, höchstens lösen die Einen die Andern an einigen Stellen ab. Besonders erfreulich ist aber das herzliche Einvernehmen, das zwischen den englischen und deutschen Evangelischen auf dem gemeinsamen Arbeitsgebiete herrscht. Wir nennen diesmal nicht wieder die einzelnen Unternehmungen und Werke derselben, diese sind ja bekannt genug. Nur möchten wir hervorheben, daß sich das Aussätzigen- Asyl bei Jerusalem unter der trefflichen Pflege und Leitung des Br. Tappe, seiner Frau und ihrer lieben Gehülfin Johanna Woost immer segensreicher entwickelt. Ein neuer Anbau für fernere 8 bis 10 Kranke hat dem Hause hinzugefügt werden können, in dem seit 10 Jahren 50 Kranke und in der Regel 18 auf einmal Aufnahme gefunden haben. Niemand hat sich bisher dieser Elenden erbarmt, erst die Evangelischen haben es gethan; und auch in den Herzensboden dieser leiblich zumeist Unheilbaren sind sie den Samen des ewigen Lebens hineinzusenken bemüht. Ein Eingeborener, der in Bischof Gobat's Schule gebildet ist, sucht die Kranken wöchentlich einige Male auf, ihnen die heilige Schrift vorzulesen, sie ihnen auszulegen und mit ihnen zu beten. Von besonderer Wichtigkeit für das heilige Land ist das Werk der englischen Kirchlichen Missions-Gesellschaft, die unter der arabischen Bevölkerung arbeitet, 12 Gemeinden aus ihr gesammelt, 22 Schulen für Kinder aller Glaubensbekenntnisse eingerichtet und auch bereits 3 eingeborene, von ihr selbst gebildete Geistliche neben den europäischen angestellt hat. Bischof Gobat hat derselben bereits seine Schulen außer dem Jerusalemer Waisenhause auf dem Berge Zion übergeben; letzteres versorgt 60 Kinder. Da die jährlichen Kosten von 14,000 M. dem Bischof aufzubringen immer schwerer geworden ist, so wird der bisherige Pastor von Nazareth, I. Zeller, für dasselbe in Europa kollektiren. Aus dieser Anstalt sind unter Anderen mehrere Schullehrer, Katechisten und 2 Geistliche bereits hervorgegangen. 36 oder 37 ev. Schulen zählt nunmehr das heilige Land neben nur ungefähr eben so vielen griechischen und katholischen, die aus Opposition gegen die ersteren gegründet wurden. Als Bischof Gobat vor 31 Jahren Palästina betrat, fing er mit 9 Kindern den Unterricht an und fand einen einzigen eingeborenen Protestanten vor; jetzt ist die Zahl derselben auf etwa 1200 gestiegen. Wahrlich, es ist kein todter Same gewesen, der so im Glauben ausgestreut worden ist! 4*