Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Hebron 1× ep/1047559
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48 die immer wiederholten staatlichen Auflagen den Leuten oft auch die letzten Existenzmittel raubten. In Folge von Kämpfen der Beduinen in der Gegend von Gaza und im Moabiter-Land war zu allem Unheil das Land so unsicher, daß die Getreide-Einsuhr nach Judäa aus jenen Gegenden unterblieb, und daher der Mißwachs auf dem Westjordanland mit aller Macht lastete. Die Beduinen haben selbst das Land um Bethlehem durch räuberische Ueberfälle bedroht. Alles das hat viele Familien dahin gebracht, in das Ostjordanland hiuüberzuziehn und ihre Häuser und Aecker im Stich zu lassen; ja, ganze Ortschaften bei Hebron sind weggezogen. Daß die Kriegsleiden den Fanatismus der Muhamedaner gegen die Christen anstachelten, ist ja leicht erklärlich, aber in Palästina sind Letztere von bulgarischen Greuelscenen verschont geblieben. Das rechtzeitige Eintreffen deutscher Panzerschiffe, welche an der Küste des heiligen Landes kreuzten, hat am Meisten dazu beigetragen, daß es zu keinen gröberen Gewaltthaten gegen die Christen kam. Doch ist der Haß gegen die Giaurs deshalb nickt erloschen, und Bischof Gobat warnt vor falscher Sicherheit in diesem Stücke. Unsere evangelische Mission hat denn auch die böse Gesinnung der Muhamedaner bei folgender Gelegenheit zu fühlen bekommen. In der Mädchen-Erziehungsanstalt Talitha kumi befand sich seit 10 Jahren ein muhamedanisches Mädchen, Fatume. Da kam im März 1876 ein angeblicher Oheim derselben in die Anstalt und forderte sie zurück. Mit Hinweisung auf den Kontrakt abschläglich beschieden stellte er sich ein Jahr später von Neuem ein, um wieder die gleiche Antwort zu erhalten; auch mit einem zweiten angeblichen Oheim ging es in derselben Weise. Plötzlich aber lud das türkische Gericht Fatume vor, um die Angelegenheit ihres ferneren Aufenthaltes in der Anstalt zu regeln, gab ihr hierbei einen neuen Anwalt, und derselbe verlobte sie auf der Stelle mit einem Polizeisoldaten (Zaptie), 8 Tage darauf war sie verheirathet. Alle Proteste und Thränen Fatumes halfen ihr nichts. Aber auch die andern christlichen Konfessionen legten den Evangelischen manchen Stein in den Weg. Besonders in Bethlehem hatten sie unter den römischen Jntriguen zu leiden. Man verbot den Katholiken, sich auch nur einem Protestanten zu nahen, oder ihn zu grüßen, oder für ihn zu arbeiten, besonders aber, bei Strafe