Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 nicht dunkel; er verlangt nicht in seinen Tagen noch Frieden zu sehn, er sieht im Gegentheil „die große Zeit der Angst in Jakob" (Jer. 30, 7) vor der Thür, aber das alles sind ihm nur Vorboten, welche das Kommen des großen Zionskönigs nach seinen Tagen verkündigen. Und daher ist sein eifrigster Wunsch und sein innigstes Gebet allein, daß es ihm und seinen Mitarbeitern gegeben werden möge, gegenwärtig Werkzeuge in der Hand Gottes zu sein, welche die verlorenen Schafe aus dem Hause Israel und viele andere dem großen Hirten und Könige entgegenführen dürfen. Die Hand Gottes hat während des letzten Jahres auf Jedermann im türkischen Reiche und so auch in Palästina schwer gelegen. Am Schlimmsten waren die Muhamedaner daran. Bischof Gobat schreibt: Beinahe alle arbeitsfähigen Männer sind auf die empörendste Weise zum Kriegsdienst gezwungen worden. Zuerst wurden diejenigen, welche 1000 M. zahlten, der Konskription erledigt; als aber kurz darauf ein neues Kontingent verlangt wurde, konnten auch diese sich nur in dem Falle frei machen, daß sie unter großen Bestechungen einen Jnvalidenschein erlangten; aber selbst hienach wurden sie trotzdem eingezogen, und nur die blieben verschont, welche einen einflußreichen Patron fanden. Bon Begeisterung für den Krieg war jedesfalls in der muhamedanischen Bevölkerung Palästinas nichts zu merken. Paarweise zusammengebunden hat man zuletzt die Neuausgehobenen an den Ort ihrer Bestimmung geführt; als Soldaten aber bekämen sie in Folge der Geldnoth des Staates keinen Sold, sondern nur ihr Essen. Viele der Eingezogenen desertirten, wurden aber meistens wieder eingefangen, wenn sie nicht zu den Beduinen geflüchtet waren. Dann aber versanken ihre armen Frauen in das größte Elend. Die Beamten sollen sie geschlagen haben, um sie für das Vergehn ihrer Männer zu strafen und sie zu nöthigen, ihnen die Schlupfwinkel derselben anzuzeigen. Daneben verlangten ihre Gläubiger, manchmal eben diese Beamten selbst, welche ihnen das Geld für die Bestechungen vvrgestreckt hatten, das Geld zurück, Einquartierung aß ihnen das Letzte weg, und so sind tausende von Frauen und Kindern in unbeschreibliche Noth gerathen. Das heilige Land hatte überdem in vergangenem Winter wenig Regen, besonders in Judäa und jenseits des Jordan, so daß die Ernte sehr gering und der Weizen überaus theuer war, während