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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 3-4 (1878) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
3-4 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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46 geschafft werden müsse. Aber das „mehr Raum" genügt nicht; der lebenskräftige und zum Wachsen berufene andere Same im türkischen Reiche wird von jener dürr gewordenen muhamedanischen Ernte erdrückt und erstickt, und so hindert sie das Land. Freilich ist es entsetzlich, daß die türkische Bevölkerung einer Bluternte anheimfällt; aber es wiederholt sich hier eben nur, was je und je auf Erden geschehn ist, nachdem die Geduld und Langmuth des heiligen Gottes Jahrhunderte hindurch gewartet hatte, ob ihm von einem Volke auf dem Acker, der ihm zugewiesen war, gesunde oder taube Frucht werde gebracht werden. Die Kanaaniter müßten auch in entsetzlicher Ernte abgemäht werden, damit die neue Gottespflanzung Israel in Palästina erwüchse, und Israel ward auf demselben Boden durch die blutige Hand der Römer abgemäht, als es dem Herrn der Ernte, welcher seinen Sohn sandte, die Frucht heimzuholen, dieselbe verweigerte. Unser Gott ist nun einmal nicht ein Gott der Todten, sondern der Lebendigen; auf Leben hat er es auch jetzt wieder abgesehn — und während er es nicht leidet, daß die unfruchtbaren Gewächse das Land länger hindern, denkt er, das dürfen unsre Angen bereits in etwas sehn, daran, ein Neues und Besseres, Pflanzen zu seinem Preise aufwachsen zu lassen. Er hat ja den Mähern, welche er berufen, mit der ehernen Sichel des Krieges sein Werk in jenen Landen zu thun, Säeleute vorangeschickt und zur Seite gestellt, die lebendigen Samen in das Land ausstreuen, das mit so viel Dornen und Hecken und tauben Gewächsen erfüllt ist, und das Blut muß den Boden düngen, damit die Gottessaat desto kräftiger aussprieße. Unverdrossen und unentmuthigt sind auch in diesen Tagen der Kriegsstürme die Arbeiter thätig gewesen,, welche seit nun etwa 46 Jahren bemüht sind,, die Weizenkörner des ewigen Gotteswortes in jenen Landen auszustreuen. Ihnen ist bange um's Herz, aber sie verzagen nicht, und sie sind voll heiliger Sorge, die Zeit auszukaufen, gerade weil es böse Zeit ist. Das gilt vor allen Andern von dem greisen, fast 80jährigen evangelischen Bischof Gobat in Jerusalem. Trotz der Noth und Unruhe, die Palästina gegenwärtig erfüllt, erkennt er in demselben nun doch „das Land Immanuels", und das giebt ihm großen Trost. Er fühlt sein eigenes Ende nahe herbeikommen, aber, wiewohl er überall nur Schwert und Hunger und Elend erblickt, so wird ihm das Glaubensauge doch

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