Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Abessinien abgesandte Br. Gobau einen Tag nach dem Boten aus dem Innern in Massua angekommen ist. Schon am 27. Nov. verließen sie Massua und sind nun längst zum Trost der Gläubigen auf den Stationen. Das Missionswerk aber geht unter allen Stürmen fort. Freilich die Station Assoso wird nach dem Hinwegsterben von Samani und Agashe aufgegeben werden müssen, da es an einem geeigneten Ersatz für dieselben fehlt. Aber ein Nachwuchs reift doch heran. 18 Familien und 2 Jünglinge, zusammen 94 Seelen, konnten getauft werden; und es bleibt dabei: Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten! Der Herr aber erwecke Herzen, welche die Noth der christlichen Brüder, die alle ihre Habe verloren haben, lindern helfen! Schlaget die Sichel an! „Schlaget die Sichel an, denn die Ernte ist reif!" Dieses Wort bei dem Propheten Joel tritt mit rechtem Ernst vor unsere Seele, wenn wir auf die Gefilde der Türkei und Klein-Asiens Hinblicken, auf denen soeben die blutige Mähearbeit des Krieges geschehn ist. Für den Augenblick freilich rasten die Schnitter auf jenem Felde ein wenig, aber nur, um ihre Sicheln neu zu schärfen, und den Ton derselben werden wir bald wieder erklingen hören — ja wohl bald, obgleich immerhin die Pause einiger Jahre eintreten mag. Die Ernte ist einmal daselbst reif, und die Einführung der Reformen, zumal des modernen Parlamentswesens beschleunigt noch den Prozeß des Ausreisens in der Türkei, so daß Alles in diesem Staate überständig zu werden droht. Eben darum werden die Schnitter auch wieder berufen werden, ihre Arbeit weiter aufzunehmen. Die Politik mag beschließen, was sie will, Gott weiß trotz derselben Schaaren von Mähern herbeizuführen; was da reif ist, das läßt er sammeln, sei es, daß es als Unkraut in den Ofen geworfen werde, sei es, daß er es sich berge in seinen Scheuern. Daß die Zeit des Islam in Europa vorüber ist, gesteht man sich im Grunde genommen allerseits ein; selbst seine Fürsprecher wollen ihn ja nicht mehr das Feld nach alter Weise behalten lassen und geben zu, daß für den christlichen Samen daselbst mehr Raum