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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 3-4 (1878) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
3-4 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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43 Unerschüttert auch durch viele Leiden, die ihn heimgesucht haben, schreibt ferner Aba Goschu ein kurzes Glaubenswort, am 13. Aug. 1877 aber ist auch er heimgegangen. Die Schmerzens-Nachrichten theilt M. Aragawi in einem Briefe aus Djenda vom 5. Okt. 1877 mit. Seine Zeilen lauten: „Mit tiefer Betrübniß ergreife ich die Feder, um Ihnen Einiges von unfern Erlebnissen während der Regenzeit mitzutheilen. In meinem Berichte sagte ich, wir gedenken noch vor der Regenzeit eine Missionsreise nach Agaw-Meder auszuführen, aber im Rathschlusse des Herrn war es anders beschlossen. Wir mußten den Kelch. des Leidens trinken, denn der Herr hat uns sehr schwer heimgesucht. Wir hatten viele Seufzer und Thränen, sind aber nicht trostlos; denn wir wissen ja, von wem die Leiden kommen, und was sie wirken sollen. Tröstend rust uns Paulus zu: Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen. Aba Fadla und Aba Goshu*) sind nach schwerer Krankheit, der Eine am 8., der Andere am 13. August, in die obere Heimath gegangen. Beim Beginn der Regenzeit dachten sie wohl nicht, daß sie so bald abgerusen werden würden; deshalb wollen wir uns reisefertig machen, damit wir jederzeit bereit sind, in's Vaterhaus zu gehen, um die Ruhe zu genießen, die dort auf das Volk Gottes wartet. *) Anm. v. Flad. Beide sind leibliche Brüder, Anfangs der 80er. Sie waren unter den Erstlingen der gläubigen Falascha und wurden 1861 an einem Sonntage mit 20 andern getauft. Seit 1870 waren sie Gemeinde-Aeltesten und seit 1872 angestellt als Evangelisten. Die Freude am Herrn war ihre Stärke. Das Wort Gottes ging ihnen über Alles. Mit einfältiger, kindlicher Liebe hingen sie am Heiland und eiferten um seine Ehre bei den Falascha. Fadla hatte ein sehr erregbares, heftiges Temperament. Einmal erzählte er mir, Herrn er gereizt und erzürnt werde, beiße er die Zähne fest zusammen und wache den Mund nicht auf, bis es drinnen ausgekocht habe. Nachherige Erfahrung zeigte jedoch, daß er nicht immer Herr seiner Heftigkeit geworden, was ihn dann immer sehr dewüthigte und klein machte. Er war schon 60 Jahr gewesen, als er wie ein ABC-Schüler anfing zu buchstabiren, um selbst das süße Wort Gottes, wie er sich ausdrückte, lesen zu können. Als ich eines Tages sagte: „Lieber alter Fadla, du bringst die 247 Buchstabenformen'nicht mehr in deinen alten Kopf hinein", erwiderte er: „In meinem Kopf war bisher sehr viel Böses; sollte nicht ebensoviel Gutes Platz darin finden?" — In kurzer Zeit brachte er es zum fließenden Lesen. Bon da an war ihm die Bibel sein Liebstes. Kamen Rebellen, so war seine Bibel das Erste, das in Sicherheit gebracht wurde.

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