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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 3-4 (1878) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
3-4 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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42 unserer Gesinnung und führt einen tadellosen Wandel. Er ist einer der wenigen abessinischen Christen, der mit seiner Frau das heil. Abendmahl empfängt (d. h. kirchlich getraut ist; nicht kirchlich Getraute sind in Abessinien vom Abendmahl ausgeschlossen). An den Sonnabenden, wenn wir in die Falascha-Dörfer gehen, begleitet er uns gewöhnlich und vereinigt sich mit uns im Gebet. O daß der Herr noch viele solcher Seelen erwecken möchte! Traktate finden keine Abnehmer mehr. Die Falascha sagen, es sei in diese kleine Büchlein in England eine Zauberkraft hineingelegt worden, welche jeden Empfänger und Leser derselben vollkommen in Besitz nehme, ihn von seiner Väter Glauben abfallen mache und ihm Tag und Nacht keine Ruhe lasse, bis er Christ werde und sich taufen lasse. Politisches. Die Provinzen Dembea und Woggera wurden von dem Vasallen des Königs Johannes, Ras Adal von Godjam, während 5 Monaten besetzt. Er sollte das Land gegen Rebellen schützen. Das that er, ließ aber seine halbwilden Soldaten, nachdem sie das Land ausgesogen hatten, vor ihrem Abzug Städte und Dörfer plündern. Natürlich wurden wir nicht verschont. — König Johannes hat die Egypter wiederholt geschlagen, mit König Menilek von Schoa Frieden geschlossen und durch seine Siege einen großen Namen bekommen. Zur Ruhe ist unser armes Land noch nicht gekommen. Sicherheit ist nirgends zu finden. Unser Volk wird um seiner Sünden willen sehr geplagt. Würde unser Volk Gott fürchten und lieben, unser Land wäre ein Paradies. Gesunde Luft, gutes Wasser, reicher Ertrag der Erde an Weizen, Dünkel, Gerste, Erbsen, Linsen, Tos und allerlei Kohl und Kraut. Auf den Weiden Pferde, Maulthiere, Esel, Ochsen, Kühe, Schafe, Ziegen in Heerden. Weil die Sünde der Leute Verderben ist, ist unser Land verheert und ausgeplündert, das Volk geht hungrig und zerlumpt einher, dem Landmann fehlt sogar der Same, die Felder zu bestellen. O welche Noth, welches Elend! und Wenige nur sind zu finden, welche aufrichtig Buße thun. Herr, erbarme dich über uns! Amen. Die Gläubigen alle, die hier sind, grüßen Sie herzlich. Die Priester von der Kirche hier grüßen Sie und bringen ihre Bitte Ihnen in's Gedächtniß: wenn Sie kommen, doch eine kleine Glocke für die Kirche mitzubringen."

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