Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 die Worte Anwendung: Selig sind die Tobten, die in dem Herrn sterben von nun an, denn sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Was wir arbeiten. An den Sonntagen halten wir unsere Gottesdienste, die besucht sind. Mein Mitarbeiter, Gebra Egsiabher (Knecht Gottes), unterstützt mich treulich. Wir verkündigen das Wort Gottes zu Hause, auf dem Markt, in den Dörfern, in den Häusern, auf dem Wege; Jedermann ohne Unterschied, den Alten und Jungen, den Vornehmen und Geringen, den Priestern und Laien; den Juden vornehmlich, aber auch den abessinischen Christen verkündigen wir Christum, den Gekreuzigten. Unter viel Trübsal und Beschwerden säen wir Samen. Das Wachsthum und die Früchte muß der Herr wirken. Bis jetzt sehen wir nicht viele Früchte von unserer Arbeit; der Herr verbirgt sie uns wohl, damit wir nicht stolz werden, aber das halten wir fest: Das Wort des Herrn kommt nicht leer zurück. Am 10. März besuchte mich mein Vater. Es war mir eine große Freude, ihm von Jesu, dem Freunde der Sünder, meinem Erlöser und Seligmacher, erzählen zu können und ihn zu bitten, Jesum als seinen Messias im Glauben aufzunehmen. — Seine Ausrede war: Ich möchte schon an Jesum als den Erlöser glauben, aber, mein lieber Sohn, ich darf nicht. Die Rabbiner haben mich mit dem Bann belegt, damit ich mit Dir keine Verbindung habe und dem, was Du mir von Deinem Glauben, Deinem Jesu sagst, kein Gehör, keinen Glauben schenke. — Ach, wie viele Pharisäer giebt es in unserer Zeit! Sie selbst gehen nicht in's Reich Gottes ein, und die hineinwollen, lassen sie nicht hinein. Bis heute verharrt mein Vater im Unglauben. Ich bete für ihn; bitte, beten auch Sie für ihn, daß ihm Gott ein neues Herz schenkt. Die in vorigem Jahr getauften Falascha waren bei meiner Rückkunft aus Massua nach Godjam übergesiedelt. Ras Adal hat sie mit sich genommen, sie sollen ihm eine Kirche bauen. Unsere Arbeit unter diesen Maurern und Zimmerleuten ist sehr schwierig. Während des Sommers sind sie abwesend, nur während der dreimonatlichen Regenzeit sind sie zu Hause. Diese Lebensweise ist für ihr moralisches und geistiges Leben von großem Nachtheil.