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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 3-4 (1878) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
3-4 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 bettet* Furcht, Hunger und Durst kamen wir wohlbehalten bei den Unsrigen an, mit denen wir dem Herrn für alle erfahrene Güte und Treue dankten; besonders, daß er es uns möglich gemacht hatte, ihn den in Finsterniß sitzenden Falascha bekannt zu machen. So Gott will, besuchen wir die Falascha in Agaw Meder nach der Regenzeit. Wir hören, es leben viele in jener Provinz, die ein offenes Ohr und Herz für die Wahrheit haben. Von den Soldaten des Ras Adal in Godjam wurden Dembea und auch wir ausgeplündert. Nicht nur unser Fruchtvorrath wurde verzehrt, auch unser Vieh wurde von diesen wilden Horden geschlachtet und roh verspeist. — O, welche Scenen von Grausamkeit und Barbarei hatten wir im vergangenen Jahr zu erleben und selbst zu erfahren. Des Herrn Hand liegt schwer aus unserm Land und Volk. Krieg, Hunger, Pestilenz, Viehseuche folgten auf einander. . Einige thun Buße und bekehren sich. Die Mehrzahl verhärtet sich und bleibt in Sünden liegen. Wir bedürfen sehr Ihrer Fürbitte, gedenken Sie unsrer oft; denn wir fühlen uns so schwach und vereinsanit. Wir leben der Hoffnung, unser lieber Vater Flad werde uns mit seinem Besuche bald erfreuen und trösten. Der Herr schenke uns die Freude des Wiedersehens! Meine liebe alte Mutter, meine Frau und alle Gläubigen senden ihren Gruß und sagen: Komm, laß uns dein Angesicht sehen!" Sodann liegt ein Brief von Agasche Sahelu aus Assoso in West-Abessinien vor; angelangt ist derselbe am 19. Januar d. I.; der theure Briefschreiber selbst aber ist bereits am 8. Sept. vergangenen Jahres in die ewige Heimath abgerufen worden. Dank und Preis, dast die Flad'schen Briefe den einsamen und verlassenen Brüdern dort in der Ferne Erquickung und Befestigung im Glauben gebracht hätten, spricht der nun selig Heimgegangene zuerst aus, dann aber fährt er fort: „Von Massua, von wo ich Ihnen das letzte Mal schrieb, bin ich mit meinem Br. Aragawi wohlbehalten zurückgckommen. Gott sei gepriesen! Wir hatten auf der Reise Niemand bei uns. Jeder trug um die Lenden gegürtet 100 Maria-Theresia-Thaler (400 R.-Mk. Silber) und auf den Schultern in einem Ledersack etwas Niehl und andern Mundvorrath, ein Eisenblech, um ungesäuerte Kuchen darauf zu backen, und ein Stück Leder, das als Bett diente. Die 24 Tage-

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