Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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25 des Evangeliums zu ziehen; aber es steht in der Macht der freien Gnade des heiligen Geistes, wie der große Apostel sagt: „Aus Gnaden seid ihr selig worden". Schnellen Schrittes trat ich in den Laden. „Wie befinden Sie sich, Herr B.?" Der Mann sah mich freundlich an und antwortete: „Gott sei Dank, recht wohl!" Seinem Benehmen nach war er mehr ein spanischer Edelmann, als ein einfacher Kaufmann. Ein gewöhnlicher Tabakshändler würde in seiner ganzen Art die Erwartung, daß nun Cigarren bestellt würden, an den Tag gelegt haben; Herr B. dagegen frug: „Mit wem habe ich die Ehre zu sprechen?", öffnete zu gleicher Zeit eine Thüre und lud mich in ein hübsch möblirtes Zimmer ein. Zu meinem Erstaunen stellte er mir seine Frau vor: „Eine Christin von Geburt und ganz das christliche Gepräge an sich tragend", fügte er hinzu, denn er hielt mich für einen Glaubensgenossen. „Hier steht eine aufrichtig zu unserm Glauben Bekehrte, eine geborene Christin, wie der Herr Pauli in Amsterdam sich niemals rühmen kann, eine solche aus unserem Volke bekehrt zu haben." „Ich kann Sie", antwortete ich, „dessen versichern, Pauli behauptet, daß die, welche er zum Christenthum bekehren könnte, niemals würden bekehrt werden; denn nur diejenigen, welche durch das Wort Gottes, das der heilige Geist ihren Herzen nahe bringt, bekehrt werden, können wahre und rechte Bekehrte sein." B. rief aus: „Es sollte mich nicht Wunder nehmen, mein Herr, wenn Sie selbst der wirkliche Herr Pauli wären!" „Der bin ich, ich bin Pauli" lautete meine Antwort. Frau B. hörte diese Worte, ihr Gesicht färbte sich roth, und sie schrie: „Was haben Sie hier in unserem Hause zu thun? Wir begehren Ihrer nicht", und zur Thür eilend rief sie: „Gehen Sie Ihres Weges!" Mit großer Ruhe, aber auch im ernsten Tone antwortete ich: „So haben Sie einst zu Christo, Ihrem Heilande gesagt, in dessen Namen und auf den Sie getauft waren: Geh von mir, ich sage mich von dir los; und in der Stunde, wenn der Tod seine eisige Hand auf Sie legen wird, werden Sie in Ihrem;, letzten Kampfe zu ihm um Gnade schreien, alsdann aber die Antwort von ihm hören: Weil du mich verleugnet hast, so verleugne ich dich nun vor meinem himmlischen Vater!" Frau B. wurde todtenbleich und begann vom Kopf bis zur Zehe zu beben, sie sank dann in einen Stuhl zurück und brach in