Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 so recht das Wort der Schrift: Am Morgen säe deinen Samen, und laß deine Hand des Abends nicht ab; denn du weißt nicht, ob dies oder das gerathen wird; und ob es Beides geriethe, so wäre es desto besser." Als ich fertig mit dem Lesen war, erzählt Frau Judson, waren meines Mannes Augen voller Thränen; aber zuerst sprach er noch in etwas scherzender Weise, so daß ich mich ein wenig enttäuscht fühlte. Dann jedoch nahm ich an ihm einen Blick von fast überirdischem Ernste wahr, und indem er meine Hand sesthielt, wie um sich selbst zu versichern, daß er wirklich noch auf Erden wäre, sagte er: „Meine Liebe, das erschreckt mich fast; ich weiß nicht, was ich daraus machen soll!" „Was meinst Du damit?" „Nun, aus dem, was Du eben vorgelesen hast. Ich habe nie für irgend einen Gegenstand ein tiefes Interesse gefühlt, ich habe nie für etwas aufrichtig und ernstlich gebetet, das nicht auch gekommen wäre; zu irgend einer Zeit, wie spät sie auch eingetreten wäre, auf irgend welche Weise, in irgend einer Gestalt — wahrscheinlich so, wie ich es am Mindesten geahnt hätte — aber es geschah eben. Und doch habe ich immer so wenig Glauben! Möge Gott mir vergeben, und während er sich herabläßt, mich als sein Werkzeug zu gebrauchen, aus meinem Herzen die Sünde des Unglaubens tilgen." „Wenn ihr in mir bleibt", fügt der Biograph Dr. Judsons mit des Heilandes Worten hinzu, „und wenn mein Wort in euch bleibt, dann werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch gegeben werden." Ja wohl, nur aus den Glauben kommt es an, auf den Glauben, daß Christus wirklich der Herr und König, der Herrscher im Himmel und auf Erden, der Lenker der Herzen, und sein Wort der mächtige Stab seines Mundes ist, welcher auch Felsen zerschmettern kann! Der jüngst Heimgegangene treffliche Missionar Pauli in Amsterdam hat diese Wahrheit durch so manchen ergreifenden Vorfall aus seinem Berufsleben erläutert. Nicht lange vor seinem Heimgange hat er hier und da aus seiner reichen Erfahrung gar Ergreifendes in dieser Beziehung mitgetheilt. Von seinen letzten Aufzeichnungen sei hier nur der folgenden gedacht. Pauli schreibt: Das Leben eines Missionars ist ein Leben voller Unruhe, untermischt mit vieler Sorge und nur weniger Freude. Er über-