Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1878-01-01 · 1-2 (1878) · page 22

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
1-2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554844-2554846--06915-2562915
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

22 arbeiten, wie beim Tageslicht. Nun weiß ich gewiß, daß in dem letzten dunklen Winter die Mädchen, die gesunde Augen haben, mehr als 30 Mark für das Licht, bei dem sie arbeiten mußten, ausgegeben haben: ich aber habe das erspart, und eben deswegen hoffe ich, werden Sie es für die Mission annehmen." Die Liebe gedenkt eben des Heils der Andern. Darum wird sie nicht müde im Geben, und weil sie des Glaubens Kind ist, auch nicht müde rat Gebet. Dr. Adoniram Judson, als der Apostel von Birmah bekannt, beschränkte, während sein Herz voll Verlangens nach dem Heile der Heiden war, unter denen er arbeitete, seine Liebe doch nicht aus dieselben, sondern gedachte noch in ganz besonderer Weise der Juden. Er pflegte zu sagen, daß, wiewohl er wisse, eine Seele, die durch das Blut Christi erkauft wäre, sei so theuer wie die andere, er es nun doch für eine besondere Gnadenerweisung ansehen würde, für eine Gnadenerweisung, direkt von der Hand dessen, der mit seinem Volke durch seine von ihm selbst angenommene Menschheit in innigster Gemeinschaft steht, wenn es ihm vergönnt würde, eins von den verlorenen Schafen Israels wiederzubringen. Unter solchen Gedanken versuchte er die Mittel zur Aufrichtung einer Mission in Palästina zusammenzubringen; dieser Versuch schlug jedoch fehl. Während aber seine direkten Bemühungeit um die Juden vereitelt wurden, gefiel es der allweisen Vorsehung, ihren Knecht zum Segen für die Kinder Abrahams ans eine Weise zu machen, wie er es am Wenigsten erwartet hatte. Etwa 14 Tage vor seinem Tode las seine Frau ihm einen Abschnitt aus dem Blatte des Dr. Hague vor, in dem berichtet stand, daß Schauffler, Missionar in Konstantinopel, ihm geschrieben habe, es sei ein deutscher Traktat herausgegcben worden, der Einiges über die Arbeiten Dr. Judsons unter den Birmanen in Ava mittheilte; dieser Traktat sei in die Hände einiger Juden gekommen und das Mittel zu ihrer Bekehrung geworden. Der Traktat sei nämlich nach Trebisond in Klein-Asien gelangt, wo ihn ein Jude für die Juden der Stadt übersetzt habe; die Mittheilungen hätten das tiefste Interesse derselben erweckt, ein Geist ernsten Fragens und Forschend sei darüber unter ihnen erwacht, und sie hätten gebeten, man möchte ihnen einen christlichen Missionar aus Konstantinopel senden. „Eine solche Thatsache", fuhr Dr. Hague fort, „beleuchtet

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.