Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Beschäftigung gebracht, und er hat auch lange keinen gewissen Lebensunterhalt gefunden. Von den Juden, zu denen er von Jesu sprach, verhöhnt und beleidigt, ist sein Glaube in der Tyat auf schwere Proben gestellt worden, aber er bleibt demüthig und fest und schaut in allen Dingen auf Jesum. Jüngst hat er denn auch die Taufe durch den Bischof von Jerusalem Trinity Church, Holborn, erhalten. Ein neuerlicher Vorfall zeigte es recht deutlich, daß der heil. Geist sein Werk in ihm hat. Er sprach zu einem Juden von Jesu, derselbe aber wurde hierdurch sehr erbittert und spie ihm zuletzt in's Angesicht; er jedoch ertrug es sanftmüthig, denn er hatte dies eben von seinem Meister gelernt, und ging von hinnen, um für den zu beten, der ihn so arg behandelt hatte. Sein Gebet aber fand Erhörung; denn später kam der Jude zu ihm und bat ihn um Vergebung; der Stachel war in die Seele des Feindes gesenkt. Aber wie mannigfaltig sind doch überhaupt die Wege, auf denen der Herr den Herzen der Kinder Israel nahe zu kommen weiß. Missionar Bloch, in Holland stationirt, erzählt aus seiner Erfahrung hierüber das Folgende: Im Monat Juni des vergangenen Jahres hielt der Eisenbahnzug, der mich an den Ort meiner Bestimmung bringen sollte, wenige Minuten in A. Da trat ein junger Reisender, offenbar ein Jude aus den besseren Klassen, hastig in den Wagen, in dem ich selbst Platz genommen hatte, und setzte sich neben mich. Bald darauf wandte er sich an mich und frug: „Sind Sie nicht Herr Bloch?" Ich bejahte natürlich die Frage. Hierauf fuhr der junge Mann fort: „Ich kann nicht annehmen, daß Sie mich kennen; ich heiße P. und bin aus L. Vor einigen Jahren, da ich noch ganz jung war, pflegten Sie in meines Vaters Haus zu kommen. Mein Vater hielt, wenn Sie anwesend waren, stets allerlei Einwürfe Ihrem Zeugnisse von dem Messias Israels entgegen; dennoch unterhielt er sich mit Ihnen gern. Im Laufe der Zeit kaufte er von Ihnen eine hebräische Bibel, um selbst nachzuforschen, ob sich die Dinge wirklich so verhielten. Zur selben Zeit legten Sie einige kleine Bücher in seine Hände. Eines Tages wollten Sie ihn wieder besuchen; meine Mutter verweigerte Ihnen jedoch den Eintritt. Sie häufte über Sie allerlei Schmähreden und nannte Sie einen Abtrünnigen. Als mein Vater dies erfuhr, war er sehr 2*