Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Das Erste, was nun wieder seine Aufmerksamkeit fesselte, war die Ankunft von Lord Cairns. Wenn der Lord-Kanzler von England ein Interesse an einer derartigen Versammlung nimmt, so muß doch etwas an ihr sein! Und nun hörte er zu. Ein Chor sang ein Lied, welches den kirchlichen Kreisen unter dem Namen „die alte, alte Kunde" bekannt ist; das Lied brachte eine eigenthümliche Wirkung bei ihm hervor, es machte ihn inwendig still und beruhigte seine Empfindungen, wie er es vorher noch niemals erfahren hatte. Hierauf folgten einige Gebete — so ganz verschieden von dem, was er sonst in der Synagoge gehört hatte, daß er die Thränen nicht unterdrücken konnte. — Und als nun Moody über den Schächer predigte, der mit dem Heilande gekreuzigt ward, und die Worte ansührte, die derselbe einstmals rief: „Herr Jesu, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst", da überkam ihn der Gedanke: „O wenn ich dieselben Worte sprechen könnte, so würde mir geholfen sein"; und dann, noch ehe die Predigt zu Ende war, fiel er, die Tausende nicht achtend, welche zugegen waren, auf seine Kniee und bat den Herrn, er wolle seiner gedenken. Darauf fühlte er sich erleichtert, konnte aber an diesem Abende doch noch nicht zum vollen Frieden gelangen. Nach der Predigt stand er mit etwa 200 Anderen auf, um das Zeugniß abzulegen, daß er ein wahrer Christ zu werden wünsche. In dem Zimmer, welches für Besprechungen mit forschenden Seelen eingeräumt war, wies man ihn auf Jesum als auf den verheißenen Messias, und er hatte hier eine lange Besprechung mit einem Herrn. Dienstag Abend ging er zu der Versammlung der jungen Leute, die man im Anschluß an die Gottesdienste im Opernhause hielt, und dort hörte er unter Anderem das Zeugniß eines Juden, der nun ein fröhlicher und glücklicher Christ ist, 4 Jahre vorher aber noch Spiritualist und ein Medium unter denselben gewesen war; von einer Moody'schen Versammlung her schreibt sich seine Bekehrung. In dieser Nacht nun nahm er Christum auch als seinen Heiland an; seitdem aber freut er sich beständig der Gewißheit, Vergebung seiner Sünden zu besitzen, und kennt das Jnnewohnen des Heiligen Geistes. Das hat ihn denn auch gestärkt, die großen Trübsale, welche nun seiner Bekehrung folgten, zu überstehn. Vater und Mutter haben ihn verflucht; seine Schwestern, Brüder und Verwandte hat er verloren; man hat ihn aus seiner