Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554844-2554846--06910-2562910- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
17 Egypten alle Tage deines Lebens. Hieße es nur: die Tage deines Lebens, so würde nur die Tageszeit zu verstehen sein; da es aber heiße: alle oder die ganzen Tage, so müsse man dieses Auszuges auch bei Nacht gedenken. Die andern Gelehrten aber sagten, mit „die Tage deines Lebens" werde diese Zeit der Welt angezeigt; in „alle Tage deines Lebens" würden auch die Tage des Messias eingeschlossen. Dies also das I. Kapitel aus dem Talmud; der letzte Traktat (Buch) desselben dagegen handelt von „den Stielen der Früchte", und wie man sich durch dieselben verunreinigen könne! In der That, das kennzeichnet den Geist, aus dem der Talmud geflossen ist. Man lese nun aber noch einmal nach, was der Heiland über die Pharisäer, aus deren Schulen der Talmud hervorgcgangen ist, gesagt hat; so wird man sein Urtheil wohl verstehen; ebenso.nun aber auch bei der Vergleichung zwischen seinem Evangelium und ihren Worten leicht bestimmen können, wem von beiden die Welt zu folgen Ursache gehabt hat. Tröstliche Erfahrungen. Moody, der bekannte amerikanische Evangelist, welcher jüngst mit seinem Freunde Sankey in so vielen Herzen die Frage nach dem ewigen Leben erweckt hat, hielt an einem Sonntage im Opernhause zu London eine Versammlung ab, als gerade ein junger Mann über Haymarket ging. Der Letztere war ein Jude. 12 Jahre hatte er ein höchst unstätes Leben geführt; eine lange Zeit hatte er als Geschäftsreisender für ein Handelshaus Reisen gemacht, war allmählig ein großer Spieler geworden und zu den meisten Wettrennen in England geeilt. Während der letzten 5 Jahre hatte er aber dazu nun noch die Gewohnheit, an jedem Abend ein wohlbekanntes Tanzlokal ans Haymarket zu besuchen, wo er dann als bezahlter Tänzer fungirte und sich, wie selbstverständlich, beständig unter dem eigentlichen Auswurs der Gesellschaft befand. An jenem Sonntagabend war er nun gerade wieder auf dem Wege zu einer Spielgesellschaft, als seine Aufmerksamkeit durch das Gedränge am Opernhause in Anspruch genommen wurde. Ein Herr forderte ihn auf, einzutreten; Anfangs wies er die Einladung ab, hernach jedoch nahm er dieselbe an. 2