Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 von den Opfern, von welchen geboten ist, daß man sie an einem und demselben Tage, da man sie dargebracht, essen solle, auch bis dahin noch essen. Daß aber die Gelehrten die Zeit nur bis Mitternacht eingeschränkt, ist geschehen, um zu verhüten, daß sich die Leute um so weniger versündigen mögen. § 2. Von der Zeit an fängt man des Morgens an, das „Höre, Israel" zu sagen, da man weiß und blau, oder nach R. Elieser blau und lauchgrün als ähnliche Farben unterscheiden kann. R. Joschua lehrt, man sage es bis zur dritten Stunde des Tages, weil um diese Zeit die Kinder der Könige aufzustehen pflegen. Wer es aber nach dieser Zeit erst sagt, soll zwar die zuvor und hernach dazu gehörigen Lobsprüche nicht weglassen; er wird aber nur angesehen wie Einer, der sonst im Gesetz liest. 8 3. Die Schule Schammai lehrt, des Abends solle man das „Höre, Israel" auf der Seite liegend und des Morgens stehend sagen, weil es (5. Mose 6, 7) heißt: Wenn du liegest und wenn du stehest. Die Schule Hillels aber sagt, ein Jeder möge es sagen, in welcher Stellung er wolle, weil dabei steht: Und wenn du auf dem Wege gehst. R. Tarphon erzählt, er habe sich einst, das „Höre, Israel" zu sagen, nach der Vorschrift der Schule Schammai niedergelegt; dadurch habe er sich in Gefahr von Räubern gebracht. Allein man habe ihm gesagt, er hätte verdient, getödtet zu werden, und wäre selbst Schuld an seinem Tode gewesen, weil er die Lehre der Schule Hillels übertreten. § 4. Des Morgens sagt man zwei Lobsprüche vor dem „Höre, Israel" und einen nach demselben; des Abends sagt man zwei Lobsprüche zuvor und zwei hernach. Von den ersten, die man vorher sagt, ist das eine Gebet länger, das andere kürzer. Es ist aber nicht erlaubt, ein langes Gebet, das vorgeschrieben ist, zu verkürzen, noch ein kurzes Gebet zu verlängern; auch darf man, wenn es mit einem Lobspruche schließt, denselben nicht weglassen, noch, wenn keiner dazu gehört, einen solchen beisetzen. § 5. Man erinnert sich des Ausganges aus Egypten auch des Abends. R. Elieser, der Sohn Asarjah, sagt, er habe wie ein 70jühriger Greis ausgesehen, sei aber nicht im Stande gewesen, einen Beweis für jene Bestimmung zu geben, bis Ben Soma dieselbe durch Erklärung der Worte 5. Mose 16, 3 erwiesen: Auf daß du gedenkest des Tages deines Auszuges aus dem Lande