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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 1-2 (1878) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
1-2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 eine Tochter sein sollt. So müßt der Text aus Jesaia lauten: Siche, Gott wird euch selbst ein Zeichen geben, nämlich, daß ich Jesaia errathen werde, daß ein jung Weib einen Sohn und nicht eine Tochter trägt. Das ist aber schimpflich und kindisch. Wenn sie aber vorgeben, es stehe in dem Hebräischen' nicht also: Es ist eine Jungfrau schwanger, sondern eine Alma, Alma aber heiße nicht Jungfrau, sondern Betula heiße Jungfrau, so sagen wir auf's Erste wie vorhin, daß es kein Wunder noch Zeichen heißen möge, wenn ein junges Weib schwanger wird. Auf's Andere laß sein, daß Betula heißt eine Jungfrau und nicht Alma, und Jesaias hier Alma sagt und nicht Betula. Aber damit haben sie nichts erstritten, denn so viel, daß dies Weibsbild hier nicht mit dem Namen Jungfrau genennet wird. Heiße dieselbe nun wie du willst, so ist's da eine Jungfrau an der Person. Es ist aber kindisch und schimpflich, so mit Worten sich behelfen, wenn die Deutung einerlei ist. Wohlan, so wollen wir den Juden zu Dienst das Wort Alma nicht „Jungfrau" verdeutschen, sondern „eine Magd", gleichwie im Deutschen Magd heißt ein solch Weibsbild, das noch jung ist, und mit Ehren den Kranz trägt, daß man spricht: Es ist noch eine Magd und keine Frau. So ist nun das gewißlich der Text Jesaiä auf's allereigentlichst verdeutscht: Siehe, eine Magd geht schwanger. Daß du den Propheten mußt ansehen, wie er sich wundert, daß da vor ihm steht ein Magd, die sollt wohl einen Mann haben, wär auch geschickt dazu und groß genug, aber ehe sie dazu kommt, so ist sie eine Mutter; das ist ja ein seltsam Ding. Das sei genug auf diesmal, damit stark genug beweiset ist, daß Maria eine reine Magd und Christus von Abrahams Samen ein wahrhaftiger Jude sei. So kann ja daran Niemand zweifeln, daß es Gott nicht unmöglich ist, eine Magd ohne Mann schwanger machen, seit er einmal auch alle Dinge aus nichts gemacht hat. Derhalben die Juden keine Ursach haben, solches zu verleugnen, weil sie die Allmächtigkeit Gottes bekennen und hier den Propheten Jesaias klar haben. Aber weil wir an dem sind, daß wir gern den Juden dienen wollten, ob wir ihrer Etliche möchten zu ihrem eigenen rechten Glauben bringen, den ihre Väter gehabt haben, wollen wir weiter mit ihnen handeln, und denjenigen, so mit ihnen handeln wollen, eine Weise und Spruch vorlegen, deren sie gegen dieselben gebrauchen

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