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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 1-2 (1878) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
1-2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 bis auf David, auch bis auf Christum, und ist wohl ein kurzer Spruch, aber ein reich Evangelium, und durch die Väter hernach wunderbarlich getrieben und geübt, beide mit Schreiben und mit Predigen. Es sind gar viel tausend Predigten aus diesem Spruch geschehen und unzählige Seelen erhalten. Denn es ist ein lebendiges Wort Gottes, daran Abraham geglaubt hat mit seinen Nachkommen, und dadurch von Sünden und Tod und aller Teufels Gewalt erlöst und behalten. Wiewohl es auch noch nicht ward öffentlich von aller Welt ausgerufen, wie nach Christi Zukunft geschehen ist, sondern allein unter den Vätern bei ihren Nachkommen blieben. Aber hierbei siehe an die verkehrten Preiser der Mutter Gottes, welche, so man fragt, warum sie so hart ob der Jungfrauschaft Maria halten, so könnten sie es wahrlich nicht sagen. Denn die unverständigen Götzendiener thuns nicht weiter, denn nur der Mutter Gottes zu Ehren, daß sie dieselbe hochheben um der Jungfrauschast willen, und gleich einen Abgott daraus machen. Aber die Schrift preiset die Jungfrauschaft garnichts um der Mutter willen. Sie ist auch nicht nm ihrer willen Jungfrau erhalten; ja verflucht wäre diese und alle Jungfrauschaft, wo sie um ihrer willen da wäre, und nicht besseres sollt wirken, denn ihr eigen Nutz und Lob. Aber darum preiset der Geist diese Jungfrauschaft, daß sie von nötheu gewesen ist, diese gesegnete Frucht zu empfangen und gebären; denn nach dem verderbten Fleisch solche gesegnete Frucht nicht kommen könnt ohne durch eine Jungfrau. Ein ander Spruch ist Jesaias 7. Gott wird euch selber ein Zeichen geben. Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären. Dies mag nicht gesagt sein von einer Jungfrau, wenn die noch soll eine Braut werden. Denn was wäre das für ein groß Zeichen, daß eine Jungfrau jetzt über ein Jahr ein Kind trüg, so solches der gemeine Naturlauf ist täglich vor Augen. Darum soll's ein Zeichen Gottes sein, so muß es etwas Sonderliches und Großes sein, das gemeiner Natur Lauf nicht geben kann, wie alle Gotteszeichen pflegen zu sein. Es hilft auch die Juden nichts, daß sic hier entlaufen wollen und dichten eine solche Ausflucht: Es sei darum ein Zeichen, daß Jesaias soeben sagt, es soll ein Sohn und nicht eine Tochter werden. Denn damit wäre an der Jungfrau kein Zeichen, sondern an dem Propheten Jesaia, als ob er es soeben errathen hätt, daß es nicht

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