Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554844-2554846--06897-2562897- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4 y auch Sankt Paulus sagt Römer 9. Auch hat's Gott wohl mit der That beweiset, denn solche große Ehr hat er nie keinem Volk unter den Heiden gethan als den Juden. Denn es ist ja kein Patriarch, kein Apostel, kein Prophet aus den Heiden, dazu auch gar wenig rechter Christen erstanden. Und obgleich das Evangelium aller Welt ist kund gethan, so hat er doch keinem Volk die Heilige Schrift, das ist das Gesetz und die Propheten, befohlen, denn den Juden, wie Paulus sagt Römer 3 und Psalm 147: Er verkündigt sein Wort Jakob und sein Recht und Gesetz Israel. Er hat keinem Volk also gethan, noch seine Rechte ihnen offenbart. Ich bitt hiermit meine lieben Papisten, ob sie schier müd' werden, mich einen Ketzer zu schelten, daß sie nun anfahen, mich einen Juden zu schelten. Denn ich werd vielleicht auch noch ein Türk werden, und was meine Junker nur wollen. Auf's Erst ist Christus verheißen bald nach Adams Fall, da Gott sprach zur Schlange: Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen, derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Hier laß ich anstehen zu beweisen, daß die Schlange vom Teufel besessen geredet hat; denn kein vernünftig Thier so klug ist, daß es möge Menschensprach reden und vernehmen, viel weniger von so hohen Dingen sagen und fragen, als das Gebot Gottes ist, wie hier die Schlange thut. Weil denn gewiß ist, daß ein Geist höher ist denn ein Mensch, so ist auch daneben gewiß, daß dies ein böser Geist und Gottes Feind sei, denn er bricht Gottes Gebot und thut wider seinen Willen. So muß nun das Wort Gottes, das von dem Kopfzertreten sagt, auch auf des Teufels Kopf lauten, doch nicht ausgeschlossen der natürlichen Schlangen Kopf, denn er redet mit einerlei Wort auf Teufel und Schlange als auf ein Ding. Der Kopf aber des Teufels ist seine Gewalt, damit er regiert, das ist die Sünd und der Tod, damit er Adam und alle Adamskinder unter sich gebracht hat. Darum muß dieses Weibes Same nicht ein gemein Mensch sein, dieweil er des Teufels Gewalt, Sünde und Tod zertreten soll, sintemal alle Menschen dem Teufel durch Sünd und Tod unterworfen sind, so muß er gewißlich ohne Sünd sein. Nun trägt die menschlich Natur solchen Samen oder Frucht nicht, wie