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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 1-2 (1878) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
1-2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 ich gedacht, daneben auch etwas nützlich zu schreiben, auf daß ich nicht den Lesern mit solchen faulen losen Zoten die Zeit vergeblich raube. Darum will ich aus der Schrift erzählen, die Ursache zu glauben, daß Christus ein Jude sei von einer Jungfrau geboren, ob ich vielleicht auch der Juden etliche möchte zum Christenglauben reizen. Denn unsre Narren, die Päpste, Bischöfe, Sophisten und Mönche haben bisher also mit den Juden gefahren, daß, wer ein guter Christ wäre gewesen, hätte wohl mögen ein Jude werden. Und wenn ich ein Jude gewesen wäre und hätte solche Tölpel gesehen den Christenglauben regieren und lehren, so wäre ich eine Sau geworden denn ein Christ. Denn sie haben mit den Juden gehandelt, als wären es Hunde und nicht Menschen, haben nichts mehr könnt thun, denn sie schelten und ihr Gut nehmen; wenn man sie getauft hat, kein christlich Lehr und Leben hat man ihnen beweiset, sondern nur der Päpsterei und Möncherei unterworfen. Ich hab's selbst gehört, von frommen getauften Juden, daß, wenn sie nicht bei unserer Zeit das Evangelium gehört hätten, sie wären ihr Lebenlang Juden unter dem Christenmantel blieben; denn sie bekennen, daß sie noch nie nichts von Christo gehört haben bei ihren Täufern und Meistern. Ich hoff, wenn man mit den Juden freundlich handelt und aus der heiligen Schrift sie säuberlich unterweist, es sollten ihrer viele rechte Christen werden, und wieder zu ihrer Väter, der Propheten und Patriarchen Glauben treten, davon sie nur weiter geschreckt werden, wenn man ihr Ding verwirft und so gar nichts will sein lassen, und handelt nur mit Hochmuth und Verachtung gegen sie. Wenn die Apostel, die auch Juden waren, also hätten mit uns Heiden gehandelt, wie wir Heiden mit den Juden, es wäre nie kein Christ unter den Heiden worden. Haben sie denn mit uns Heiden so brüderlich gehandelt, so sollen wir wiederum brüderlich mit den Juden handeln, ob wir etliche bekehren möchten, denn wir sind auch selbst noch nicht alle hinan, geschweige denn hinüber. Und wenn wir gleich hoch uns rühmen, so sind wir dennoch Heiden, und die Juden von dem Geblüt Christi. Wir sind Schwäger und Fremdling, sie sind Blutfreund, Vettern und Brüder unsers HErrn. Darum, wenn man sich des Blutes und Fleisches rühmen sollt, so gehören ja die Juden Christo näher zu denn wir, wie 1*

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