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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 1-2 (1878) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
1-2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 führt, und dieselbe hat ihre Frucht gebracht, denn seit derselben hat die Christenheit es weiter zu fühlen begonnen, daß sie eine Schuld an Israel zu zahlen habe. Diese Schrift ist in der That denn auch das Morgenroth des neuen Tages, der seit der Reformation für die Juden eingetreten ist, und beide, Juden wie Christen, mögen es aus ihr lernen, auf welchen Wegen das Heil auch für das zerstreute Israel herkommt: es sind allein die Wege, auf denen der Heiland der Welt in seinem Worte unter uns einkehrt. Wohl hat sich Luther Hernachmals, als er das entsetzliche Elend ansah, welches der Wucher der Juden so vielfach anrichtete, und als sie dem Gnadenruse des reinen Evangeliums mit gleichem Trotze wie der römischen Lehre begegneten, gegen sie in einer Weise erhoben, die dem Geiste Christi und der Schrift gar sehr widersprach, aber niemals ist er so weit gegangen, daß er der Barmherzigkeit gegen Israel ganz vergessen hätte; mitten unter den Streitworten redet er sie dennoch stets wieder mit Frieden an. Und die Luther folgen wollen, weil er ein treuer Zeuge der ewigen Wahrheit gewesen ist, sollen daher der Stimme des Fleisches, die auch aus ihm zu Zeiten geredet hat, das Ohr verschließen, um mit ihm vielmehr, wie es also sein eigener Wille ist, die Bahn zu gehen, da er, vom Geiste Gottes geleitet, den Weg zu den Herzen der Juden sucht. Wir lassen daher jetzt Luther zu Juden und Christen reden, wie er es in jener Schrift gethan hat, an seinen Ausführungen nur einige Male kürzend, wo hieraus kein Schade erwächst, und in der Sprache den uns heute geläufigen Ausdruck erwählend, wo der Lüthersche vielleicht nicht von Jedem verstanden würde. Dann aber lauten seine Worte also: „Eine neue Lüge ist über mich ausgegangen, ich soll gepredigt und geschrieben haben, daß Maria, die Mutter Gottes, sei nicht Jungfrau gewesen vor und nach der Geburt, sondern sie habe Christum von Joseph und darauf mehr Kinder gehabt. Ueber das Alles soll ich auch eine neue Ketzerei gepredigt haben, nämlich, daß Christus nicht Abrahams Same sei. Wie wohl kitzelt diese neue Lüge meine lieben Freunde, die Papisten. Es ist aber eine so arme, barmherzige Lüge, daß ich sie verachte, nicht wollte darauf antworten, denn ich diese drei Jahre fast wohl gewohnt bin, Lügen zu hören auch von unfern nächsten Nachbarn. Weil ich aber um anderer willen muß dieser Lüge antworten, Hab

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