Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 11-12 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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ISO Neuestes über die abesstmsche Misston. Miss. Flad sendet uns soeben eine Nachricht, welche die Missionsfreunde mit herzlicher Theilnahme erfüllen wird. Er schreibt: „Am 17. Oktober reiste unser lieber Mohrensohn Desta Gobau von hier ab, um in seinem Vaterlande zum Besten seines Volkes, insbesondere der Falascha, seine Kräfte und Gaben zu gebrauchen. D. Gobau kam 1868 mit Hrn. Miss. Maier aus Abessinien. Er war 3 Jahre in Hrn. Bischof Gobats Schule in Jerusalem. Von dort kam er mit noch 2 abess. Jünglingen 1871 auf die Crischona, davon der eine in Crischona gestorben, der andere, Sanbatu, vor 4 Jahren mit mir nach. Abessinien gereist ist. . Von 1871 bis Aug. 1877 studirte Gobau auf Crischona und erwarb sich schöne Kenntnisse. Auf meinen Vorschlag ermächtigte mich unser Comittee, ihn von der Crischona für unsere Falascha- Mission zu übernehmen. Er selbst ist kein Falascha, sondern ein geborner Abessinier. Mein Wunsch und Wille war es, diesen Herbst ihn in seine Heimath zu begleiten und in seinen dortigen Beruf einzuführen, hatte auch bereits die Zustimmung des Comittee erhalten. Die polit. Zustände Abessiniens sowie die Lage des Orients gebieten jedoch zu warten, bis sich der Horizont aufgeklärt hat. Ich beabsichtige bei meiner nächsten Reise 20—25 Kameelslasten h. Schriften, Schulbücher und Traktate mitzunehmen, und für eine solche Karavane bedarf es ruhigerer Zeiten, als die jetzigen sind. D. Gobau reist nun allein mit wenig Handgepäck voraus, zunächst nach Massua, von wo er uns über die Zustände des Landes und unserer Mission berichten soll. Sind seine Berichte einladend, so reise ich noch Ende dieses Jahres ihm nach, und wir werden in Suakin Zusammentreffen, um gemeinschaftlich von dort über Cassela die Kameelsreise (28—30 Tage) nach der Westgrenze Abessiniens (Matama) zu machen. Sind die Nachrichten ungünstig, so schließt sich Gobau in Massua einer Karavane aus Gondar an und reist mit derselben in's Innere, um unsere Evangelistenschaar unter den Falascha zu vermehren und zu stärken; und ich harre dann hier in Kornthal, bis der Herr mir die Thüre öffnet. Die Ausrüstung und Abfertigung des l. Br. Gobau nahm viel Zeit in Anspruch, besonders die große Anzahl Briefe an viele unsrer Proselhten in amharischer Sprache.