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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 11-12 (1877) · page 17

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Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
11-12 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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J 177 alle Propheten weisen ans ihn hin, er führt zu der Stätte, wo der Knecht Gottes als Opferlamm unsre Schuld büßt, durch seine Gerechtigkeit uns gerecht macht und uns das Leben ohne Aufhören erwirbt. „Was hatte aber dann unser Gesetz für einen Zweck?" Ich beantwortete diese Frage mit dem Apostel Paulus. Seht doch nur, wie spät es erst Gott für gut gehalten hat, dem Samen Abrahams das Gesetz zu geben; den Weg des Heils wandelten Abraham und die Erzväter, ohne das Gesetz zu besitzen, sie glaubten aber Gott und seiner Gnade, und das wurde ihnen zur Gerechtigkeit gerechnet. Das Gesetz kommt erst, als der Same Israels ein Volk werden soll, und hat denn auch seine hauptsächliche Bedeutung nur für dieses Volk: Israel sollte unter der Zucht desselben für seinen Beruf erzogen werden, der darin bestand, daß es das Prcdigcrvolk würde, welches der übrigen Welt zu seiner Zeit die Gnaden Gottes verkündigte, und eben hierdurch sollte es auch zum Segen für die ganze Menschheit werden. Die Zubereitung aber für solchen seinen Beruf geschah nach der Art rechter Erziehung und rechter Unterweisung, d. h. Israel sollte von Stufe zu Stufe in der Schule Gottes weiter geführt werden, bis es die ganze Wissenschaft des Gesetzes gelernt hätte; und das rechte Verständniß des Gesetzes hätte es dann erreicht, wenn es ans demselben gelernt hätte, wie der Mensch in sich selbst so gar nicht das Vermögen besitzt, den Willen Gottes, auch wenn er ihn nun ganz genau erfahren hat, zu vollbringen, und wie eben daher das Heil allein auf den Wegen der unverdienten Gnade kommen kann. Dann — wenn Israel dies gelernt, — war es reif, als der Prediger Gottes unter die Völker zu treten; bei den Jüngern und den Gläubigen Jesu Christi aus Israel war dies der Fall, und darüber sind dieselben, wie es ja am Tage liegt, die Lehrer der ganzen Welt geworden; die große Masse aus Israel aber hat es verweigert, die göttliche Unterweisung anzunehmen; sie selbst hat dafür aber nur das Verderben geerntet und der Welt nirgends Segen gebracht. „Wäre nach dieser Darstellung die christliche Kirche die Predigerin der Wahrheit, warum dann aber so viele Trennungen und Spaltungen und Secten in derselben?" bemerkte man. „Darum, antwortete ich, weil der älteste Sohn des Hauses, das Volk Israel, seinen eigenen Weg gegangen ist, sein Beispiel des Ungehorsams 12

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