Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 11-12 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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182 eine Bergwand gelehnt ist das Bild fest fixirt und wird dem Auge in woHlthueuder Weise lange erhalten. Der Weg aber ging nun östlich' nä'ch Mohacz, wo der letzte Ungarnkönig dem Schwerte der jetzt dieselben fast vergötternden Türken, ihrer ehemaligen Todtseinde, erlegen ist. Dort bestiegen wir einen Donaudampfer, der rasch und angenehm dahineilend uns nach Gombos führte; das Land an beiden Ufern des blauen Stromes bot, so flach es sich auch dahinzog, ein anziehendes Bild; Wald und Wiesen in mannigfachem Wechsel wußten uns immer von Neuem zu beschäftigen. In Gombos nahm uns wieder die Eisenbahn auf und dieselbe brachte uns nach Maria-Theriosopol; o wie stolz würde so manche deutsche Kleinstadt auf diese Stadt von 70,000 Einwohnern herabblicken, und doch führen ihre Bewohner ein sehr behagliches Leben. Wir wenden uns zur Theißgegend hin und erreichen die zweite Stadt Ungarns, Szegedin; ein rechter Stammsitz der stolzen Magyaren breitet es auch auf seinen Märkten alle Produkte des Landes in üppigster Fülle aus, und führt den natürlichen Reichthum desselben fast täglich den Augen vor. Ein Kranz von Pußten umgiebt die echt ungarische Stadt, und selbst das Zigeunerlager fehlte der dortigen Landschaft nicht. Aber nun geht es wieder nach Norden; Keczkemet wird erreicht, wo zum ersten Male die deutsche Anrede auf den Straßen von Vielen nicht verstanden wird, und dann wenden wir uns unserem Plane gemäß nach Budapest. Von der Hauptstadt an verwandelt sich nordwärts der Charakter der Gegenden zusehends. Die Ebene hat ein Ende; wir fahren über Altsohl nach Silein. Jetzt geht es immer mehr in das Slovakenland hinein, das bis Silein hin vor uns stets anziehendere und herrlichere Bilder aufrollt. Die Hügel, welche Anfangs vom Regen tief durchfurcht und nur spärlich bewaldet die Eisenbahn begleitet hatten, wachsen immer höher zu Bergen hinan, und je weiter nach Norden, desto reicher bedeckt sie der schönste Eichen- und Buchenwald — an dem Herbstgewande, das diese Wälder trugen, an der Farbenpracht, in die sie gehüllt waren, konnten wir uns nicht satt sehen. Mühsam keuchte die Lokomotive die steilen Bahnen hinauf, das Tageslicht wurde uns gar oft durch lange Tunnels entzogen, aber aus solcher Nacht erlöst sahen wir dann desto lockendere Bilder vor uns und unter uns: da Ortschaften, dem Auge sich plötzlich enthüllend und ebenso schnell wieder verschwindend, dort freundlich fließendes Wasser