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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 9-10 (1877) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
9-10 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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ISS stein konnte ihm keine Anstellung verschaffen; und doch befand sich sein Geschäft ganz in den Händen der Juden, so daß er die äußerste Noth befürchten mußte, wenn er Christ wurde. Sein Schwager schlug ihn eines Tages auf offener Straße; später versöhnte sich derselbe mit ihm, und sein Gehalt wurde ihm unter der Bedingung, daß er sich niemals wieder dem Missionar nahte, verdoppelt. Er blieb. auch eine Zeitlang weg, später jedoch kam er wieder und erklärte, er habe keine Ruhe, und es koste, was es wolle, so müsse er doch wenigstens die Sonnabendgottesdienste regelmäßig besuchen. Um so treuer ist Miss. Eppstein in der Pflege der 16 Proselyten, die er im Laufe der Jahre in Smyrna getauft hat. Aehnlich wie in Smyrna ^macht auch in Damaskus der Unglaube unter den gebildeten Juden reißende Fortschritte; äußerlich freilich hängen dieselben allen den vorgeschriebenen Formen uud Gebräuchen des Judenthums an, innerlich aber leugnen sie die Offenbarung wie den Talmud. Die Rabbiner thun hiergegen nichts; so lange ihre Leute nur noch die Gebräuche und Bestimmungen der sog. Weisen äußerlich mitmachen, mischen sie sich nicht in die Glaubensüberzeugungen derselben. Die Mission wird daher auch hier nicht mit günstigen Augen angesehen. Während der Abwesenheit des Bücherlagerhalters wurde das Bibellager angesteckt, und nur durch kräftiges Einschreiten des Militärs wurde großer Schade abgewandt. Schwierig sind ebenso die Verhältnisse in Jerusalem. Miff. Frankel, welcher bereits einmal vor 6 Jahren daselbst stationirt war, zieht besonders einen Vergleich zwischen damals und heute. Vor Allem, sagt er, fällt es auf, daß die Juden Jerusalems gegenwärtig einen viel reinlicheren, gesunderen und wohlhabenderen Eindruck machen. Theilweise schreibt er dies dem Umstande zu, daß 500 luftige Häuser außerhalb der Mauern erbaut und diese mit gutem Wasser versehen worden sind. Ebenso sind jetzt dorthin eine beträchtliche Anzahl reicherer Juden gezogen und diese haben den Aermeren vielfach aufgeholfen. Dieses Anwachsen des Reichthums der Gemeinde hat aber auch den Einfluß und das Ansehen der Rabbinen erhöht. Was irgend die Geister erleuchten und freier machen könnte, wird von ihnen mit Gewalt beseitigt; kein Wunder daher, daß die Missionsschulen so streng überwacht werden. Dennoch ist besonders unter dem Heranwachsenden Geschlechte eine große

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