Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 9-10 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS Im Allgemeinen jedoch zeigen sich die Juden Smyrnas und jener Gegenden überhaupt immer weniger zugänglich für das Evangelium. Man weiß viel besser als früher diejenigen, welche sich für dasselbe empfänglich zeigen, dem christlichen Einflüsse durch alle möglichen Mittei und Schiindlichkeiten zu entziehen. Kaum beginnt ein Individuum nach der Wahrheit zu fragen, so wird es bedroht; nützt dies nichts, so schmeichelt man ihm und hält ihm allerlei Versprechungen vor; ist Jemand zumal in die Missionsherberge ausgenommen, so wird die jüdische Gemeinde, auch wenn sie ihn früher gar nicht geachtet oder selbst verachtet hat, um ihn sehr besorgt, und die Rabbiner zahlen jeden Preis für seine Seele. Treten dann aber noch die angebornen bösen Neigungen hinzu, so werden die Leute, welche mau so hindert, der Stimme der Wahrheit Gehör zu schenken, nunmehr vollständig gleichgültig und unempfindlich gegen die Religion. Der Ehrgeiz, als Philosophen und gebildete Europäer angesehen zu werden, veranlaßt viele Juden Hierselbst, den schlimmsten Unglauben ihrer europäischen Brüder anzunehmen, und gerade unter diesen ist dann die Abneigung und der Haß gegen das Christenthum und die Missionare ärger, als unter den bigotesten Talmudisten; zumal unter den Wohlhabenden und in den höheren Klassen ist bei äußerlicher Orthodoxie der Unglaube fast allgemein. Selbst das Judenthum auf asiatischem Boden wird eben je länger je mehr in die Strömungen des europäischen hineingezogen, und auch hier bringen die modernen Ideen allmählig eine völlige Umwandlung in den jüdischen Gemüthern hervor. Das Einzige, was dem Missionar in Smyrna die Gelegenheit reichlich bietet, einen guten Einfluß auszuüben, ist seine Geschicklichkeit als Arzt. Ein der Mission sehr kühl gegenüberstehender Reisender aus Europa, welcher die medicinische Wirksamkeit des Miss. Eppstein selbst mit angesehen hat, brach darnach in die Worte aus: „Sie haben ja den Schlüssel zum Quartier und, wie ich glaube, auch zu den Herzen der Juden!" In der That steht Eppstein hierdurch mit der gesummten jüdischen Bevölkerung in Verbindung und wird von derselben persönlich sehr hoch geschätzt. Seine schwierige Lage aber empfindet der Missionar besonders, wenn nun eine Seele wirklich ernster der Wahrheit nachforscht. So wünschte vor zwei Jahren ein Jude, getauft zu werden, aber Epp-