Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 9-10 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS Massen derselben waren zunächst überrascht, hernach aber auf's Höchste erbittert. Bisher hat dort der Rabbinismus eine nngestörte Herrschaft geführt; nun mit einem Male kommt ihnen die mit allem Ernst der Ueberzeugung gepredigte Erklärung entgegen: „Jesus, der so lange Verachtete und Gehaßte, ist wirklich der Messias und alleinige Erlöser". Eine förmliche Fluth von Flüchen ergoß sich dafür über die Missionare, aber dieselben hoffen, daß trotzdem der Tag der Gnade und des Segens auch für jene Juden nahe ist. Sehr bedeutend ist der Absatz von Schriften in Rumänien, unter Anderm wurden 684 Neue Testamente an Juden verkauft, seit 16 Jahren nicht weniger als 7,574 derselben. In der Missionsschule empfingen 245 Mädchen, darunter nur 11 christliche. Unterricht; alle diese hörten, lasen und sangen den Namen Jesus, und so manchem dieser Kinder ist er ein lieblicher Klang geworden. Im Allgemeinen herrscht ja unter der christlichen Bevölkerung des Landes eine große Mißstimmung gegen die Juden; dennoch sind auch wichtige und einflußreiche Persönlichkeiten unter den Christen der Mission recht freundlich gesinnt, und zu diesen gehören 2 hohe Würdenträger der griechisch-rumänischen Kirche. Aber auch vielen Juden ist die Mission bereits mannigfach werth und theuer geworden; Miss. Kleinhenn durfte dies recht bei dem Tode seiner Frau erfahren; selbst in der Synagoge hat man derselben gedacht. Mit besonderen Gefühlen blicken wir auf die Msston in der Türkei. Die Kriegswirrnisse machten sich daselbst ja schon im vergangene« Jahr recht fühlbar geltend. Und doch, gegen alle Erwartung und zur Beschämung alles Kleinglaubens, ist das dortige Missionswerk fast unter größerem Segen denn je zuvor von Statten gegangen. Von Konstantinopel aus wurden 2 Missionsreisen gemacht, eine Abendschule für Erwachsene in der Hauptstadt eröffnet, jeden Sonntag zwei Gottesdienste in verschiedenen Sprachen gehalten, in der Woche Gebetsversammlungen und Bibelstunden, und von den Proselyten besondere Gebetsversammlungen an den Sonntag-Nachmittagen. Die doppelte Zahl Alter und mehr als die dreifache Neuer Testamente ist abgesetzt worden; ebenso hat die Traktatverbreitung zugenommen, und in der Missionsschule sind mehr Kinder als je früher unterrichtet worden.