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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 9-10 (1877) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
9-10 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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149 besten Talmudlehrer ihre Thätigkeit eingestellt, und unsre Kinder werden im Talmud wenig unterrichtet. Dazu kommt der Unterrichtszwang, so daß sich unsre Kinder mit den christlichen vermischen, von denen sie gewiß neue Ideen über Religion annehmen werden; und zu guter Letzt kommen dann noch die Mssionare, um das Werk zu vollenden." „Ich habe gehört," antwortete ein Anderer, „dieselben dürfen sich mit unseren Kindern nicht befassen." „Oh, ob sie es dürfen , oder nicht," lautete die Entgegnung, „Niemand wird sie überwachen, und dazu werden sie Hunderte von jungen Leuten finden, welche die neuen Ideen bereits eingesogen, haben. Jedesfalls ist es jetzt für uns in allen Stücken eine kritische Zeit. Dennoch möchte ich diese Burschen einmal sehn und die Gründe für ihre Sache hören; denn nie in meinem Leben habe ich einen solchen erblickt." Der Missionar ergriff die Gelegenheit, stand von seinem Tische aus und sagte: -Meine Herren, ich habe zufällig Ihre Gespräche mit angehört und erkläre Ihnen hiermit ganz offen, daß wir uns mit unserer Arbeit an die Erwachsenen und nicht an die Kinder wenden." „Haben Sie denn mit den Leuten gesprochen," sagte der Erste, „und suchen sie es denn wirklich aus unserer Bibel zu beweisen, daß Jesus von Nazareth der jüdische Messias sei?" „Ja", antwortete der Missionar, „sie beweisen dies ausschließlich aus der Hebräischen Bibel, ohne welche sie meines Wissens diese Mission überhaupt nicht unternehmen würden. Ich habe diese Missionare gesehn und mit ihnen gesprochen und bin von der Wahrheit ihrer Worte überzeugt." „Warum", entgegnete hierauf der Andere, „gehn Sie dann nicht zn ihnen über und ergreifen denselben Glauben?" „Das habe ich schon gethan, lieber Freund, und fühle mich darüber glücklich." „So find Sie also ein Christ?", war die Antwort, „aber Sie scheinen noch die jüdische Kost zu lieben." „Sie ist mir nicht unangenehm," antwortete der Missionar, „aber die Hauptsache ist für mich nicht die * Kost, sondern daß ich Gelegenheit finde, mit meinen jüdischen Brüdern über das Eine zu sprechen, das noth ist für ihre Seelen." „Ich gebe meinen Kopf dafür," schrie hier ein Jude, der an einem andern Tische saß und dem Gespräch zuhörte, „daß dies einer von den Missionaren ist." „Sie haben ganz recht", antwortete kühnlich der Missionar. „Dann", fuhr derselbe Jude fort, „haben Sie

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