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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 9-10 (1877) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
9-10 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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145 Juden haben daher auch auf die Dauer nichts Gutes daraus zu erwarten, daß der christliche Glaube im Volke mehr schwindet. Ihre bisherigen Alliirten verwandeln sich immer offenbarer in Widersacher. — Prof. Cassel hat eine besondere Gabe für das Werk unter den Juden, seinen früheren Glaubensgenossen. In seinen Predigten und Bibelstunden finden sich fast regelmäßig auch jüdische Zuhörer ein, manche mit großer Beständigkeit. Besonders aber werden seine wissenschaftlichen Vorlesungen von ihnen gern besucht, denn Juden bilden da ein Drittel der Anwesenden. Vorlesungen dieser Art, Ansprachen und Predigten für die Mission hielt er in den verschiedensten Städten Deutschlands und Oesterreichs. Ueber den Eifer, mit dem in den deutsch-jüdischen Kreisen alle Vortheile der heutigen Bildung ausgekauft werden, läßt sich Miss. D. Biesenthal in Leipzig aus: Bekanntlich senden sie 30 oder 40% mehr Kinder in die hohen Schulen als die Christen. Einmal gehören sie ja fast gar nicht der arbeitenden Bevölkerung an, und sodann hängen sie fest zusammen. Da sie aber reiche Stiftungen besitzen, so machen sie es vielen Eltern möglich, allen ihren Kindern eine höhere Erziehung zu geben. Nicht wenige kommen aus Polen nach Leipzig, arm und zerrissen, aber in Folge der ihnen gewährten Stipendien und Unterstützungen besuchen sie das Gymnasium und die Universität und treten so in die gelehrten Berufsklaffen ein, worauf sie mit den auf diese Weise erlangten Ehren in die Heimath zurückkehren. Dasselbe ist auch in Wien, Breslau, Berlin und anderen Universitätsstädten der Fall. Uebergehn wir diesmal die deuffchen Stationen Hamburg, Frankfurt a/M., Deutz a/Rh., Karlsruhe, Köln a/Rh., Kornthal, und Straßburg, deren Zeugnisse und Erfahrungen im Wesentlichen mit den der vorhergenannten übereinstimmen, und gehn wir nun zu Oesterreich über. Die Verhältnisse für die Missionare in Wien sind äußerst schwierige. Die Unsolidität der dortigen jüdischen Bevölkerung ist ja eine allgemein bekannte, die christliche Einwohnerschaft aber durch ihre Leichtlebigkeit am wenigsten geeignet, auf die Juden einen Eindruck zum Bessern hervorzubringen. Auch die Evangelischen jener Hauptstadt zeichnen sich im Allgemeinen nicht vor den Uebrigen aus und haben daher auch keine Sympathie für das Werk der Judenmission. Ebenso aber ist in Galizien und speciell 10

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