Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 9-10 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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140 ihn mit dem obgenannten häßlichen Gruß. Trotzdem redete er sie an und frug sie, was denn die Ursache ihrer Bitterkeit und ihres Hasses gegen ihn sei; er selbst fühle sich jedcsfalls als ihren Bruder; irre er hierin, so sollten sie ihn auf den rechten Pfad und den Weg der Wahrheit zurückzuführen; doch wolle er nur auf Gottes Wort hören und keine andere Autorität zulassen. Dann zeigte er ihnen, warum er an Jesum glaube, und führte ihnen hierbei die Zeugnisse des Moses und der Propheten vor. Allinählig sammelte sich die ganze jüdische Gemeinde um ihn. Sic waren durch seine Bertheidigung gegen den ihm vorgeworfenen Abfall in etwas milder gestimmt worden, und so konnte er denn nun dazu übergehn, der ganzen Versammlung das Heil in Jesu und in ihm allein zu verkündigen. Als er geendet, hörte man nicht ein einziges unfreundliches Wort, ja Einige schienen einen tieferen Eindruck empfangen. zu haben, und die meisten der Zuhörer nahmen selbst bereitwillig Traktate an. So groß, bemerkt ferner Miss. Bloch, die Zahl der Juden ist, welche die Synagoge verlassen haben, um Christum öffentlich und vor den Menschen zu bekennen, ist die Zahl derer doch vielleicht noch bedeutender, die aus irgend einem Grunde ihre Ueberzeugung verheimlichen. Dies hat sich wieder recht in dem Falle eines Juden gezeigt, an dem Miss. Bloch seine Arbeit für verloren hielt. Nach vielen Jahren und ganz unerwartet trifft er den Sohn desselben, hört von ihm, einem achtbaren jungen Juden, daß sein Vater im Glauben Jesu gestorben und mit seinen sterbenden Lippen ihn, seinen einzigen Sohn, verpflichtet hätte, die alleinige Quelle der Wahrheit und des Trostes zu suchen und erfahren zu lernen — und das sei nur die Wahrheit in Jesu. Und der junge Mann? Sollen die Schwierigkeiten, die er gefunden, nicht dazu dienen, die Echtheit des Werkes, welches in seiner Seele begonnen hat, auf die Probe zu stellen? Soll die bigote Feindschaft seiner Mutter, die ihm, als er noch ein Knabe war, über seines Vaters Leichnam einen Eid abnehmen ließ, bei ihren Lebzeiten nicht ein Christ zu werden, die Eindrücke, welche seine Seele empfangen hatte, wieder verwischen? Nein, das kann nicht sein; denn der Herr sagt: „Mein Wort soll nicht wieder leer zurückkommen!" Getrost wartet der Missionar der Erfüllung der göttlichen Verheißungen.