Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 9-10 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 gelegentlich den Missionar besuchten. 3 derselben gingen wieder ihrer Wege, hauptsächlich durch den Einfluß ihrer Verwandten; 3 erwachsene Juden wurden getauft: einer derselben gehört zu einer der hervorragendsten und einflußreichsten Familien der holländischen Juden. Da er eine wissenschaftliche Erziehung empfangen hat, spricht und schreibt er mehrere neuere Sprachen. Geboren in Amsterdam, hat er seinen ersten Eindruck in Rotterdam erfahren, als er die Vorlesungen des Miss. Adler anhörte; das Wort, welches er gehört, scheint in einen guten Boden gefallen zu sein. Recht ermuthigend ist es, daß trotz nationaler Vorurtheile die Juden Hollands mehr und mehr einen Platz in den Herzen und der Liebe der dortigen Christen finden, und daß man unter den letzteren die Bekehrung Israels allgemeiner als eine sichere Verheißung Gottes zu betrachten beginnt. Mehr als einmal ist der Missionar von Christen um Bibeln und Traktate gebeten worden, um dieselben in die Hände ihrer jüdischen Bekannten zu legen. Die Gebetsversammlungen für Israel sind in Amsterdam und den Provinzen gut besucht worden. Die Beiträge der Niederländischen Hülfsgesellschaft überstiegen die des vergangenen Jahres, und so war der Missionar auch im Stande, alte und bedürftige Proselyten weiter zu unterstützen. Der Frauen-Verein hat wieder schätzbare Dienste geleistet und seine Bemühungen auch auf Proselyten außerhalb Amsterdams ausgedehnt. Besonders bekannt ist den holländischen Juden der Miss. Bloch, weil derselbe nun bereits länger als 30 Jahre unter ihnen arbeitet. Natürlich begegnet man ihm in gar verschiedener Weise. So kam er neulich am Sabbathmorgen am Landungsplätze der Dampfer vorüber, wo gerade mehrere Juden standen. Sobald ihn dieselben erblickten, und ehe er sie noch anrcden konnte, begrüßten sie ihn mit dem Geschrei: „Meschumed, Meschumed!" (du Ausgetilgter!). Das war kein guter Eingang, Miss. Bloch aber erbat sich Kraft von Oben, und sein Gebet blieb nicht unerhört. Die Juden zerstreuten sich nach verschiedenen Seiten, ihre Glaubensgenossen damit bekannt zu machen, daß Bloch da sei, aber ihr Warnen hals ihnen nichts. Nachdem der Missionar im Gasthofe seine Sachen abgelegt, trat er aus demselben heraus; sein Weg leitete ihn zur Synagoge. Da der Morgengottesdienst zu Ende war, verließen die Juden gerade dieselbe. Sobald sie ihn bemerkten, bewiükommnetcn sie