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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 9-10 (1877) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
9-10 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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138 (tätigen die Wahrnehmung des Missionars, daß allmählig, aber sicher das jüdische Vorurtheil gegen die Person und die Lehre Jesu abnimmt. Mancher im Geheimen Glaubende ist dem Missionar begegnet, und die Einwürfe gegen das Christenthnm werden je länger je mehr aus dem Neuen Testamente genommen, das also doch im Geheimen von den Juden gelesen werden muß. Doch darf man nicht denken, daß hier das Missionswerk seine schmerzliche Seite verloren hat. Die Boten des Evangeliums begegnen unter den holländischen Juden allerdings seltener offenbarer Unfreundlichkeit, aber es sind heute vor ihnen viel mehr Thüren als ehemals verschlossen. Der Widerspruch, weil ein Zeichen und ein Beweis dafür, daß man einen Eindruck empfangen hat, ist dem Geiste der Gleichgültigkeit weit vorzuziehn, welcher so vielfach vorherrscht.- Völlig mangelt es aber an der Opposition nicht. Ein Provinzialblatt in Zwoll, einer von den Miss. Adler und Bloch mehrfach besuchten Stadt, enthielt einmal die Bemerkung: „Israel hofft ein Gegengebet gegen Herrn Bloch anzustellen!" Das sollte eine Antwort auf die Ankündigung einer Gebetsversammlung für das Heil Israels, die in dem betreffenden Blatte enthalten war, sein. Als die für die Versammlung angesetzte Stunde kam, war Miss. Bloch über die Zahl der hierzu erschienenen Juden erstaunt. Sie hörten aufmerksam seinen Auseinandersetzungen über die Wahrheit in Christo zu; und so wurde die beabsichtigte Gegenbewegung das Mittel, den Geist des Fragens und Forschens neu zu beleben. Es wird denn auch der Same des Worts nicht vergeblich ausgestreut. Eine Jüdin ist z. B. zur Erkenntniß der Wahrheit und Liebe des Heilandes hauptsächlich durch Pas Lesen des Neuen Testamentes, das ihr übermittelt worden war, gebracht worden. Es war ein Wendepunkt in ihrem Leben, als ihre völlig unwissende und bigote Mutter das heilige Buch in die Flammen warf. Von der Zeit ab fühlte sie, daß sie nicht länger unter der Mutter Dach bleiben könne. Sie verließ die Stadt, in welcher sie wohnte, und kam nach Amsterdam, wo sie auch, nachdem sie zuvor dem Gottesdienst in der Missionskapelle beigewohnt hatte, den Weg zum Missionar fand. Ueberhaupt haben sich während des Jahres 7 Juden im regelmäßigen Unterrichte befunden, außer einer Anzahl Anderer, die

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